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Artikel vom:
07.11.2001
Friedensgebet für Kriegsopfer, Soldaten und Terroristen
Von Anika Bever
Eine Fabel erzählt: Einmal lag ein Vogel auf seinem Rücken und streckte beide Beine zum Himmel. Da kam ein anderer Vogel, setzte sich daneben und fragte: "Was machst du da? Bist du tot?" "Nein, ich bin nicht tot", sagte der andere. "Na, warum liegst du denn da und hältst die Beine so starr?"
"Siehst du denn nicht, was ich mache? Ich trage den Himmel mit meinen Beinen. Wenn ich die Beine anziehe und den Himmel loslasse, fällt er herunter und bricht zusammen!" Kaum hatte er das gesagt, löste sich ein Blatt vom Baum und fiel leise raschelnd auf die Erde. Darüber erschrak der Vogel so sehr, dass er sich schleunigst umdrehte und davonflog. Der Himmel fiel nicht herunter. Mit diesem Thema, dass man sich selbst nicht immer als Mittelpunkt der Welt sehen solle, beschäftigte sich Dr. Peter Schmedding, der Montag in der Friedenskapelle Vosshagen ein Friedensgebet hielt. Er plädierte für weniger Selbstgerechtigkeit und mehr Toleranz. Bomben brächten keinen Frieden. Da waren sich die Teilnehmer wohl einig, denn in der Kapelle herrschte bei Kerzenschein eine teilweise traurige, keinesfalls jedoch hoffnungslose Stimmung. Die knappe Stunde war weniger ein Gebet als stilles Nachdenken, mit Anleitung, sozusagen. Mit Musik und Gesang vom Brückenbauen. Und dem Aufruf: "Herr, gib uns Deinen Frieden." Denn der Frieden fällt nicht vom Himmel. Im abschließenden Gebet dachte die Gruppe an die Angehörigen der Opfer des Anschlags und des Krieges und auch an die Soldaten und die Terroristen.
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