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  Archiv / Hückeswagen

Artikel vom: 23.09.2003

Stefan Leibold referierte über Zusammenhänge von Kriegen und Globalisierung.

Von Kerstin Strack

Krieg und Terrorismus - Schlagworte, die man, vor allem in diesem Jahr, oft zu hören bekommen hat. Inwieweit diese beiden Begriffe mit der Globalisierung im Zusammenhang stehen, wurde am Sonntag bei einem Vortrag in der Friedenskapelle Vosshagen deutlich.

Bei strahlendem Sonnenschein referierte Stefan Leibold, Mitglied der Pax Christi-Kommission "Weltwirtschaft und Entwicklung" zum Thema "Die neuen Kriege" oder "Kein Frieden ohne wirtschaftliche Gerechtigkeit". Bereits seit 1999 lädt der Freundeskreis der Friedenskapelle einmal im Jahr alle Interessenten ein, einem Vortrag zum Thema Frieden beizuwohnen. "Bei den letzten Vorträgen hatten wir mit dem Regen zu kämpfen, heute wollen die Leute wohl lieber noch einmal die Sonne genießen", kommentierte Dr. Peter Schmedding, zweiter Vorsitzender des Freundeskreises der Friedenskapelle, die nicht allzu zahlreich erschienenen Zuhörer. Wer aus dem Publikum ebenfalls noch etwas von der Sonne abbekommen wollte, der konnte auch draußen auf extra aufgestellten Bänken Platz nehmen. "Heute schon mit dem Handy telefoniert?", so begann Leibold seinen Vortrag, indem er mit Hilfe des teuren Metalls Tantal, dass vor allem in der Kommunikationstechnologie verwendet wird und als "strategische Ressource" gilt, auf die problematische Lage in der Demokratischen Republik Kongo überleitete. Denn genau dort gibt es Tantal und nicht nur wegen dieses Rohstoffs herrscht Krieg. Kongo sollte nur ein Beispiel sein, um herauszustellen, dass die "neuen" Kriege nicht zwischen Staaten, sondern zwischen privaten Kriegsherren mit kommerziellen Interessen statt finden.

"Die Bevölkerung des Kongo trägt diese Kriege mit", erläutert Leibold, "da sie sich nur so ihren Lebensunterhalt sichern kann." Doch auch die reichen Länder sind in diesem Dilemma involviert. Rohstoffe, beispielsweise aus dem Kongo, werden in den Norden exportiert und mit diesem Geld der Krieg, der um die Rohstoffe ausgetragen wird, finanziert. Globalisierung macht viele arme Länder zu Verlierern und obwohl die Welt doch eigentlich zusammenwachsen sollte, gibt es eine Vielzahl von ausgegrenzten Nationen, die fruchtbaren Nährboden für den Terrorismus bieten. Der Frage, was man denn gegen diese Entwicklung tun könne, wurde bei der anschließenden Diskussion besonders viel Aufmerksamkeit gespendet. "Gerade als Christ sollte man Kritik an der kapitalistischen Globalisierung äußern, Solidarität zu den Opfern zeigen und an einer neuen Weltordnung mitarbeiten", erklärte Leibold, doch wie man das genau anstellt, bleibt auch an diesem Nachmittag offen.

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