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Bergisches Land
Artikel vom:
08.06.2005
Verstümmelte Kinder nach "Minenkontakt"
Von Anika Bever
Hückeswagen. Der Freundeskreis der Friedenskapelle Voßhagen spendet schon seit Jahren die Erlöse aus dem Sommerfest an das Friedensdorf Oberhausen. Beim diesjährigen Fest war F. Kleinbrahm dabei. Sie ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Friedensdorfes International in Oberhausen und erklärte den Gästen des Sommerfestes an der Friedenskapelle, wofür ihre Spenden eingesetzt werden.
Alle wissen, das Geld geht an eine gute Sache.Das Friedensdorf in Oberhausen entstand während des Vietnam-Krieges 1967 und hilft den unschuldigen Opfern aus Kriegs- und Krisengebieten, den Kindern. Aktuell, so Kleinbrahm, sind 195 Kinder in Oberhausen im Friedensdorf, es sei "picke-packe-voll". Die Kinder kommen aus Angola und Afghanistan.
Diese beiden Länder haben die traurige Ehre die Liste der Minenopfer anzuführen. Und das sind auch sehr viele der Kinder in Oberhausen, Minenopfer. Amtsdeutsch heißt so etwas, sie hatten "Minenkontakt". Das bedeutet Amputationen und lange Krankenhausaufenthalte für die kleinen Patienten.
Schwer vorstellbar ist die Situation der Kinder, die schwerstverletzt mit einem Flugzeug in dem fremden Land ankommen. Sie können sich nur durch einige Zeichen verständigen. Viele leiden schon seit Monaten oder Jahren, haben stärkste Verbrennungen und abgetrennte Gliedmaßen", sagte ein Arzt.
Ein Netzwerk aus über 300 Kliniken in Deutschland, Österreich und den Niederlanden übernimmt die medizinische Versorgung und auch die Kosten. Doch damit ist die Arbeit des Friedensdorfes nicht erledigt. Es gibt drei Aufgabengebiete: die medizinische Einzelfallhilfe für kranke und verletzte Kinder, denen in ihrer Heimat nicht geholfen werden kann, die aber durch eine Behandlung in Europa eine Heilungschance haben.
Als zweites die Verbesserung der medizinischen Versorgung vor Ort durch Hilfsprojekte und auch die Förderung friedenspädagogischer Arbeit mit dem Ziel eines humanitären Bewusstseins und Engagement. Besonders wichtig ist die Idee des Friedensdorfes, dass die Kinder in ihre Heimat zurückkehren.
Aber trotz der Not der Kinder, an die am Sonntag viel gedacht wurde, darf das Fest im Hof der Familie Guski als durchaus gelungen bezeichnet werden. Etwa eine Stunde konnten sich die Gäste über das lockere Programm des Orchesters der städtischen Realschule freuen. Die 27 Musiker unter Leitung des Musiklehrers Wasserfuhr verstanden es, die Gäste trotz des Regenwetters in bessere Stimmung zu versetzen.
Zum ersten Mal hat das Sommerfest übrigens nicht in der Kapelle direkt stattgefunden, zum einen aufgrund des Wetters, aber auch, so der erste Vorsitzende Bernhard Guski schmunzelnd, weil die kleine Kapelle mit 27 Musikern und ihren Instrumenten schlicht zu klein gewesen wäre.
Trotzdem statteten viele der kleinen Kapelle einen Besuch ab.
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