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Remscheid
Artikel vom:
16.11.2007
Bedenken gegen sechs "Klötze"
Von Andrea Kargus
In großer Zahl waren am Mittwochabend Anwohner der Brehmstraße zur Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Lennep erschienen. Grund dafür sind Überlegungen der Evangelischen Kirchengemeinde Lennep, einen nicht benötigten Teil des Friedhofsgeländes zwischen Albrecht-Thaer-Straße und Luchsweg umzunutzen.
Gedacht ist an den Bau von sechs zwei- bis dreigeschossigen, in etwa quadratischen Gebäuden für betreutes Wohnen.
Die Anwohner der Brehmstraße, deren Grundstücke an das Gelände angrenzen, befürchten, dass ihnen die "Klötze", so einer der Anwohner, den Blick versperren werden. Deshalb wollten sie schon vor der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens, die in der BV auf der Tagesordnung stand, ihre Bedenken äußern. Bezirksvorsteher Dr. Heinz-Dieter Rohrweck (CDU) stellte klar, dass die BV nur über eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit zu beschließen habe. Was sie am Mittwochabend denn auch tat.
"Über das, was da hinkommen wird, entscheiden wir nicht", sagte Rohrweck. Die Bürger werden nun aber unter anderem bei einer Bürgerversammlung Gelegenheit haben, Stellung zu nehmen. Hilmar Somborn (CDU) regte an, dass dafür ein maßstabsgerechtes Modell erstellt werden soll.
Die letzte Entscheidung obliege dem Rat und seinen Gremien, so der stellvertretende Stadtplaner Andreas Huth. Es dauere circa anderthalb Jahre, bis Planungsrecht geschaffen sei. Wann die Bagger kämen, sei eine andere Frage.
"Die Kirchengemeinde scharrt nicht mit den Hufen und will auch nicht nächstes Jahr schon anfangen", betonte Pfarrerin Iris Giesen, Vorsitzende des Presbyteriums. Nachdem 2006 eine Umfrage ergeben habe, dass es in Remscheid einen deutlichen Bedarf an seniorengerechtem Wohnen gebe, habe sich der Diakonieausschuss der Gemeinde damit befasst, "was wir dafür tun können".
Zudem habe man geprüft, "wo wir so etwas machen können", verwies Giesen darauf, dass seniorengerechtes Wohnen eine gewisse Stadtnähe haben müsse. "Wir haben noch kein Konzept in der Tasche." Da aber derzeit der Flächennutzungsplan geändert werde, sei der Gemeinde auch vom Architekten geraten worden, die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens zu beantragen. Ihr Angebot, sich mit den Anwohnern zusammenzusetzen, wurde in der Sitzung angenommen.
"Ich halte grundsätzlich nicht viel von betreutem Wohnen oder ähnlichem in der Nähe des Friedhofs", äußerte auch Herta Rohrweck (CDU) Bedenken. Es sei schon "etwas makaber", wenn man aus dem Fenster auf seine "letzte Ruhestätte" schaue. Sie wies zudem auf die Lärmbelästigung durch den Kirmesplatz hin.
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