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Remscheid
Artikel vom:
20.06.2008
Ausstellung im Werkzeugmuseum
Von Gerhard Schattat
"Wir stellen Messer her, die lochfraß-korrosionsfrei sind. In der Branche heißt es, das ist nicht möglich. Wir produzieren aber solche Maschinenmesser - hier in Remscheid-Hasten."
Udo Bäcker vom Remscheider Präzisionswerkzeughersteller Friedr. Dick/von den Steinen zeigt dabei auf ein "Messer", das ein bisschen an japanische Wurfsterne erinnert.
Selbst unter extremen Bedingungen blieb es vom Lochfraß verschont und schneidet, eingesetzt in Fischfangflotten von Norwegen bis in die Karibik, somit ganz hygienisch die feinsten Fischfilets im Dauereinsatz. Der Trick ist die richtige Wärmebehandlung des Stahls. Man weiß offensichtlich nur in Hasten, wie das in diesem speziellen Fall "contra Lochfraß" geht.
Solche und andere Maschinenmesser der Firma Friedr. Dick/von den Steinen sind jetzt in der Ausstellung "Maschinenmesser - High-Tech im Verborgenen" im Deutschen Werkzeugmuseum zu sehen. Mit runden Maschinenmessern etwa werden Papiere perforiert, Leder und Textilien getrennt.
Ganz andere Größen zerkleinern Recyclingmesser der Remscheider Firma Steinstosser Fritz Jul. Buchholz, mit denen etwa Kühlschränke, Kabel oder Elektronikschrott zerschreddert werden. Sie werden im Werkzeugmuseum auch gezeigt, neben Holzhack- und Häckslermessern, die aus dem traditionellen Programm von Hobelmessern und Sägespänen hervorgegangen sind.
Qualität entsteht im Verborgenen Diese typisch bergischen Produkte leisten "im Verborgenen", eingebaut in teils riesige Anlagen, ihre Arbeit - und oft damit einen wesentlichen Beitrag zur Qualität des jeweiligen Produkts. Schließlich wären Fischfilets mit Rostflecken eher schlecht verkäuflich. Remscheid ist dort traditionell stark.
Zu sehen sind in der kleinen Schau im Werkzeugmuseum auch "Präzisionsschneidlinien" von Essmann+Schaefer aus Wuppertal, Mozart Zahnklingen für Verpackungsmaschinen und andere Maschinenklingen aus Solingen, Kreismesser von A. & C. Müller aus Remscheid, Textilmustermesser und Folientrennmesser von Rowa/ Altena & Neukirchen aus Remscheid.
- Die Schau ist bis zum 17. August im Werkzeugmuseum zu sehen; der Eintritt ins Museum ist frei.
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