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Bergische Wirtschaft
Artikel vom:
22.08.2008
Remscheider Fachverband Werkzeugindustrie bleibt gelassen
Von Gerhard Schattat
Remscheid. Aus der Solinger Schneidwarenindustrie gab es gestern keine erfreulichen Nachrichten. Die Konjunktur habe sich deutlich verschlechtert, musste der RGA Jens-Heinrich Beckmann zitieren, den Geschäftsführer des Industrieverbands Schneid- und Haushaltswaren.
Allerdings sei man von einer erneuten schweren Rezession zum Glück noch ein gutes Stück entfernt. Auch große Betriebe arbeiten aber daran, Stellen zu reduzieren.
Wie sieht es beim Fachverband Werkzeugindustrie (FWI) mit Deutschlandzentrale in Remscheid aus? Referent Thomas Holland-Letz hat solche beunruhigenden Signale aus der Werkzeugindustrie noch nicht wahrgenommen. Im Gegenteil: Auch beispielsweise von Handwerkzeugherstellern habe er erst jüngst von guter Geschäftslage gehört. Aus einer anderen Sparte habe es eher die Mahnung gegeben, bloß nicht durch Reden die Konjunktur zu beschädigen.
Werkzeugindustrie ist ohnehin vielgestaltig: Handwerkzeuge wie Schraubenschlüssel oder Zangen, im übrigen sehr erfolgreich durch große Produzenten im Bergischen Land präsent, sind ja nur ein Aspekt. Befestigungswerkzeuge für die Bauindustrie werden nicht zuletzt in den Bauboomländern Arabiens nachgefragt. Maschinenmesser, im Bergischen in hoher Qualität hergestellt, sind in vielen Industrien begehrt.
Druck aus China? Die deutsche Werkzeugindustrie, so hatte im Vorfeld FWI-Geschäftsführer Langelüddecke im RGA-Gespräch betont, habe sich im weltweiten Kampf um Marktanteile gut behauptet. China sei zwar größter Werkzeugimporteur in Deutschland. Die Werkzeugindustrie beziehe ja auch Vorprodukte von dort.
Zunehmend, so schätzte es Langelüddecke, gehe die Bedeutung Chinas beim Werkzeug zurück. Angesichts steigender Transportkosten und steigender Löhne in China könne die fitte deutsche Industrie mit Automation auch im Werkzeugbereich manches hier genau so gut selbst machen. Nur stimme hier die Qualität.
"Ferner Osten" in der Nachbarstadt Dass man sich etwa von Werkzeugen der Konkurrenz "inspirieren" lässt, gibt es natürlich auch im Bergischen Land. FWI-Geschäftsführer Rainer Langelüddecke erzählt dabei von einem bergischen Unternehmer, der ihm ein Fenster zeigte und, mit Blick auf die Nachbarstadt, sagte: "Mein Ferner Osten liegt da drüben."
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