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Artikel vom:
18.11.2008
"Les Chabraques" in der Friedenskapelle
Von Fabio Astuni
Wer am Samstag in die Friedenskappelle in Voßhagen kam, auf den wartete eine schwere Kost. "Wider das Vergessen", eine Mischung aus Konzert und Lesung befasste sich mit der NS-Zeit.
Das Trio "Les Chabraques" trug zunächst kitschig fröhliche Lieder aus den 30-er und 40-er Jahren vor, während der Sprecher Siegfried Landau Gedichte von Sträflingen aus den Konzentrationslagern in Auschwitz oder Buchenwald vortrug.
Wurde gerade noch ohne Probleme von bunten Luftballons geträllert, folgten gleich darauf schreckliche Memoiren über Folterung und Verbrennung. Ein Kontrastprogramm, dass dem Zuhörer immer wieder die gleiche Frage in den Kopf schießen ließt: "Wie kann das nur zusammenpassen?"
Für Siegfried Landau passt es zusammen. So sei die Fröhlichkeit der Lieder nichts weiter als ein Versuch der Verdrängung der Grausamkeiten, die den Inhaftierten angetan wurden. Immer wieder werden die unmenschlichen Verhältnisse in Gedichten wie "Die Häftlingnummer" von Hasso Grabner, oder "Tagesanbruch" von Paul Goyard eindringlich beschrieben. Lieder wie "Bel ami" von Lizzi Waldmüller sorgten im schonungslosen Anschluss für den Gegensatz.
Fröhliche Liedtexte klingen nun ganz anders Im Laufe der Veranstaltung nahmen jedoch die fröhlichen Klänge ab und wandelten sich ebenfalls zu traurigen Erlebnissen, sowie zum Beispiel "Ein Koffer spricht" von Ilse Weber. Nach einer guten Stunde wurden die rund 20 Gäste mit ihren Eindrücken in Vosshagen allein gelassen.
Sprecher Siegfried Landau traf den Nagel auf den Kopf, als er von den fröhlichen Liedtexten sprach: "Ab heute werden sie ihnen schwer in den Ohren klingen, wenn sie sie fortan hören." Der Sinn des Abends.
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