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Wermelskirchen
Artikel vom:
05.02.2009
Glänzende Perspektiven für die Autisten-Selbsthilfegruppe
Von Andreas Weber
Im September letzten Jahres rief die Wermelskirchenerin die Elternselbsthilfe ins Leben. Ein Stück Ratlosigkeit und ein bisschen Verzweifelung steckten in dem Entschluss, sich endlich mit Gleichgesinnten austauschen zu wollen. Ihr Sohn Manuel (17) leidet an Asperger Autismus, einer Persönlichkeitsstörung, die Menschen in sich gekehrt in ihrer eigenen Welt leben lässt (der WGA berichtete).
Manuel hatte nach Schwierigkeiten das Gymnasium abgebrochen, war zur Salo West GmbH nach Köln gegangen, einem Berufsförderungswerk, das sich auf Hörgeschädigte spezialisiert hat, aber unter anderem auch Autisten hilft.
Nach einem Jahr bei Salo wird Manuel ab August 2009 in eine dreieinhalbjährige Lehre als Chemielaborant zu Dynamit Nobel nach Leverkusen wechseln. Für die Eltern bedeutet der Ausbildungsvertrag eine riesige Erleichterung.
Die Entwicklung, die sich für ihren Manuel abzeichnet, nimmt auch das Treffen mit Betroffenen. Über 30 Eltern besuchen mittlerweile die Asperger-Zusammenkünfte in Burscheid. "Ich hatte mit einem halben Dutzend kalkuliert", meint Ute Gagaridis überwältigt. Ganz überraschend kommt die Resonanz andererseits nicht. "Denn weit und breit gibt es sonst keine Selbsthilfegruppe."
Von Lohmar bis Schwelm finden sich Angehörige ein, die wissen wollen, wie sie ihre Kinder am besten fördern können, Wege aus der Abschottung finden. Der erste Standort im Zentrum Burscheids musste aufgegeben werden, weil der Raum schnell zu klein geworden war.
Vor kurzem hat Pfarrerin Annerose Frickenschmidt den "Aspis" das evangelische Gemeindezentrum in Hilgen zur Verfügung gestellt. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl gibt es zwei Gruppen. Die erste trifft sich jeden 1. Dienstag im Monat um 19.30 Uhr, die zweite jeden 3. Dienstag, ebenfalls 19.30 Uhr, in Dünweg 11. Einen Namen haben sich die Eltern auch gegeben.
"Besonders-anders" nennt sich der Austausch, der im Internet auf der Homepage "www.besondersanders.wordpress.com" zu finden ist. Alle Treffen werden von Ute Gagaridis in Kurzform nachbereitet und verschickt.
Die schriftlichen Informationen kommen vor allem denjenigen zugute, die am Abend nicht dabei waren. Auch untereinander kommunizieren die Eltern schon eifrig. "Die Vernetzung bringt uns allen etwas", freut sich die Initiatorin.
Walter Prim wird der erste Referent sein Die ersten Referentenabende im Gemeindezentrum sind terminiert. Am Dienstag, 3. März (19.30 Uhr), wird Walter Prim ("Gute Hand" in Kürten) über Wohnheime und Wohnmöglichkeiten für heranwachsende Asperger Autisten sprechen.
Am Dienstag, 21. April (19.30 Uhr), führt Astrid Schöneborn (Salo West) aus, welche berufliche Möglichkeiten Menschen mit Autismus offenstehen.
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