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  Archiv / Bergisches Land

Artikel vom: 01.04.2010

Fischereiverein setzte über 3000 Lachs-Smolts in die Wupper

Von Melissa Wienzek

Bergisches Land. Es ist ein spannender Moment für Helmut Wuttke vom Bergischen Fischereiverein und für die zahlreichen anderen Tierfreunde: Vorsichtig lässt Wuttke die Wanne mit Lachssmolts in die Wupper sinken. Die rund ein Jahr alten Tiere hüpfen regelrecht aus dem Behälter und verschwinden im seichten Uferwasser des Flusses.

Wuttke ist sichtlich erleichtert: "Sie nehmen das Wupperwasser an, keiner liegt auf der Seite, das ist ein gutes Zeichen. Gestern setzte der Bergische Fischereiverein über 3000 junge Lachssmolts im Bereich des Auer Kottens in die Wupper, um das natürliche Vorkommen der Art im Fluss zu erhöhen.

Herangezogen wurden die mittlerweile 16 Zentimeter großen Fische im Lachszentrum Hasper Talsperre, von wo aus sie in drei 600-Liter-Behältern nach Solingen transportiert wurden. Die Angelvereine und Genossenschaften an der Wupper finanzieren die 4000 Euro teure Aktion im Rahmen des offiziellen NRW-Wanderfischprogramms aus eigener Tasche.

Vom Kanu-Einstieg des Auer Kottens begeben sich die Fische nun auf ihren gut 500 Kilometer weiten Weg flussabwärts. Ihr Ziel: die Nordsee. Denn die räuberischen Fische leben in der See, suchen aber zum Laichen Flüsse auf. "Ich gehe davon aus, dass sie schon nach einem Tag im Mündungsbereich des Rheins ankommen", mutmaßt Wuttke. "Sie sammeln sich jetzt und schwimmen im Pulk, weil sie sich zu mehreren sicherer fühlen."

Nach etwa einer Woche, so schätzen die Vereinsmitglieder, werden die Raubfische dann die offene See erreicht haben. Um die über 3000 jungen Lachse von anderen unterscheiden zu können, wurden sie vor dem Transport nach Solingen markiert. Interessant ist auch die Färbung der Lachse: "Sie passen sich dem Grund an", erklärt Hubert Richter vom Bergischen Fischereiverein.

So sahen sie im Transportbehälter noch hell aus, im Wupperwasser schimmerten sie dann grünlich. "Beim Laichen werden sie bunt, wie eine Forelle", sagt der Fisch-Experte. Vergangene Woche erst setzen die Tierfreunde 40 markierte Lachse in die Wupper - 30-Zentimeter-Tiere.

"Wir haben ihnen zuvor einen Transponderchip im Bereich der Nase unter die Haut gesetzt, an gekennzeichneten Empfangsstellen können wir sie orten", erklärt Wuttke. Fangen von Lachsen sei ganzjährig verboten. Seit vielen Jahren kehren Raubfische in die Wupper zurück, 2009 waren es 19 Lachse und 20 Meerforellen.

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