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Remscheid
Artikel vom:
25.10.2007
300 Polizisten auf Drogensuche
Von Gerhard Schattat
Die Besucher, die gestern morgen ins städtische Flüchtlingsheim am Bergfrieder Weg kamen, klopften nicht an. Sie traten die Zimmertüren ein. Rund 300 Polizisten waren bei einer Razzia im Einsatz, die Remscheid in dieser Form bisher wohl nicht nicht erlebt hat.
Zur Zeit leben im Heim etwa 35 Flüchtlinge aus zehn Ländern. Auf der Suche nach Drogen wurden nicht nur alle Zimmer und Bewohner durchsucht, sondern auch das benachbarte Wäldchen.Sieben Drogenspürhunde durchschnüffelten jeden Winkel nach "Drogenbunkern", fanden aber so gut wie nichts - nach RGA-Informationen 0,2 Gramm Haschisch.
Laut Oberstaatsanwalt Alfons Grevener hatte es aber in der Vergangenheit im Rahmen von Ermittlungs- und Gerichtsverfahren immer wieder Hinweise auf das Flüchtlingsheim als Quelle von Drogen gegeben. "Es gab konkrete Aussagen", betonte Grevener. Daraufhin habe das Gericht schließlich einen Durchsuchungsbeschluss erlassen.
Die Polizeiarmada griff zwei Männer auf, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Ein Mann wurde wegen "einer anderen Sache" per Haftbefehl gesucht und mitgenommen. Die Polizei fand zwei gestohlene Navigationsgeräte und ein gestohlenes Radio.
Polizeisprecher Kresta betonte gestern, dass man auch nach Bürgerbeschwerden tätig geworden sei. Die Bürger sollten wissen, dass die Polizei die Szene im Blick behalte.
Der Verein BAF verwaltet das Flüchtlingsheim im Auftrag der Stadt Remscheid. BAF-Geschäftsführerin Daniela Krein stellte gestern einen Bericht für die Stadt zusammen:
"Die 35 Männer wurden gefesselt und mussten sich hinlegen, etwa auf die Betten - 40 Minuten bis zwei Stunden." Sie hätten beispielsweise auch nicht auf die Toiletten gedurft.
Die Grünen-Ratsfraktion stufte die Aktion gestern als "Fehlschlag" und "unverhältnismäßig" ein. Man erwarte "angemesseneres Vorgehen" von Polizei und Staatsanwalt.
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