Ideenwettbewerb soll Konzept für Blumenstraße finden
Von Frank Michalczak
Bei einem Ideenwettbewerb soll ein Konzept gefunden werden, wie sich die Blumenstraße verändern soll - nach dem Ende der dortigen Grundschule. Fast schien es so, als hätten führende Kommunalpolitiker aus Radevormwald ein neues Lieblingswort entdeckt: "Filetstück".
Dabei ging es im Stadtrat in dieser Woche gar nicht um kulinarische Leckerbissen, sondern um ein wertvolles Baugebiet, das am Rande der Innenstadt Formen annehmen soll - an der Blumenstraße. Baudezerntin Julia Gottlieb hatte im Rat anhand einer Grobzeichnung vorgestellt, was dort aus ihrer Sicht entstehen kann, wenn Grundschule und Turnhalle 2013 aufgegeben werden.
Nach dem Abriss der Gebäude könnte auf dem innenstadtnahen Gelände eine Mischung aus Reihenhäusern und Seniorenwohnungen entstehen. Die Blumenstraße - sie soll Heimat für alle Generationen sein. "Denn genau hierfür gibt es eine große Nachfrage", erklärte sie den Politikern.
Der Platz allerdings ist begrenzt. Gerade einmal 6250 Quadratmeter haben interessierte Bauherren zur Verfügung. "Gebäude mit bis zu drei Geschossen würden sich dort ins Umfeld einfügen", erklärte Julia Gottlieb, die den Begriff "Filetstück" in die Debatte einführte. Schließlich sei die Lage des neuen Wohngebiets top - ruhig gelegen und doch ganz nahe an der Innenstadt.
Und genau hier setzte Christian Viebach (CDU) an, der hervorhob, man müsse auch die Wirtschaftlichkeit des Bauprojekts im Auge behalten, das die Stadt Radevormwald Investoren überlassen will. Die Kommune kann über den Verkauf der Grundstücke Finanzmittel erwarten. "Es muss einen Investoren-Wettbewerb geben, bei dem auch Sondervorstellungen einfließen können."
Warnung vor einem
"Großinvestor"
Arnold Müller (SPD) stimmte zu. Mehrgenerationenprojekte seien zwar wünschenswert, aber das Ganze müsse eben auch wirtschaftlich umsetzbar sein.
Axel Schröder (FDP) warnte davor, auf einen "Großinvestor zu setzen". Die Blumenstraße solle keinesfalls dem "schlechten Vorbild" des Baugebietes Fontanestraße folgen. "Wir brauchen mehrere Konzeptvorschläge, aus denen wir eine Auswahl treffen können."
UWG will unterschiedliche
Modelle kennenlernen
Klaus Haselhoff (UWG) pflichtete ihm bei. Es gelte, unterschiedliche Modelle kennenzulernen, um eine Lösung für die Zukunft der Blumenstraße zu finden.
Für Rolf Ebbinghaus (Alternative Liste) dürfen "nicht ausschließlich wirtschaftliche Aspekte" beim neuen Wohngebiet die Hauptrolle spielen. "Darin unterscheiden wir uns von der CDU."
Ein wie auch immer gearteter Ideen-Wettbewerb fand das Wohlwollen des Stadtrates. Und so erarbeitet nun Julia Gottlieb einen Kriterienkatalog. Er soll die Grundlage liefern, welche Aspekte beim künftigen Bauvorhaben besonders im Vordergrund stehen sollen. Dass beim Verkauf des "Filetstücks" Blumenstraße Geld in die klamme Stadtkasse sprudeln soll, hat sie dabei schon mal mit auf den Weg bekommen.
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