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08.08.2012 02:10

Ehrenamtler kümmern sich um die sieben Wanderwege in Rade

Von Frank Michalczak

"Das muss weg...", blickt Dietrich Lunderstädt (68) auf Unkraut oberhalb der Wülfingstraße in Dahlerau. Die Schere genommen, zack - und schon ist es vorbei mit dem Gestrüpp, das sodann auf dem Boden landet. Lunderstädt pflegt seit 2010 ehrenamtlich Wanderwege rund um Radevormwald. Rund 200 Kilometer umfasst das Streckennetz, das er mit seinen Kollegen Manfred Kreckel und Erich Bönisch betreut.

Ihre Aufgaben sind vielschichtig: Wegweiser an markanten Stellen befestigen, kleinere Unkrautherde beseitigen - und vor allem "besondere Vorkommnisse" melden. "Etwa, wenn ein Baum mitten auf den Weg gekippt ist", berichtet der Kommunalpolitiker, der für die CDU im Ausschuss für Soziales, Sport und Tourismus mitwirkt.

Dort hatte er vor einigen Jahren erfahren, dass Helfer auf den Wanderpfaden dringend benötigt werden. Koordiniert wird das Ganze vom Sauerländischen Gebirgsverein, der die Wegenetze in der Region hegt und pflegt. Lunderstädt zögerte nicht lange - und leistet seither einen Beitrag, um die sieben Routen in Rade in Schuss zu halten.

Spuren der Zerstörung
am Wegesrand

Dabei stößt er immer wieder auf Spuren der Zerstörung, auf Schmierereien und achtlos weggeworfenen Unrat. Insbesondere in der Wupperorten seien zuletzt immer wieder Aufkleber beseitigt worden, die er an Schildern und Laternen angebracht hatte, um den Wanderern zu zeigen, wo es lang geht. Diese tragen in Rade die Aufschrift A1 bis A6 - je nachdem, um welche Wanderroute es sich handelt. "Und dann gibt es ja noch die große Ra-Tour. Das ist der Wald-Wasser-Wolle-Weg", erklärt Lunderstädt. Dieser führt auf 20,5 Kilometer rund um Rade und streift dabei auch die diversen, kleineren "A-Routen".

Die wird es vermutlich in dieser Form schon bald nicht mehr geben, erklärt Tourismus-Experte Hartmut Behrensmeier. "Der Trend geht eindeutig zu längeren Strecken." Neben dem Wasser-Wolle-Weg kommt demnächst in Rade noch eine zehn Kilometer lange Panaroma-Route hinzu, die Teil eines regionalen Netzes sein wird.

Jede Kommune im Oberbergischen- und Rheinisch-Bergischen Kreis hat dabei die Möglichkeit, einen eigenen "Streifzug" zu markieren. Dieser solle in Radevormwald von der Innenstadt über das Uelfetal, den Wupperorten und schließlich zur Wuppersperre führen, wo die Wanderer in den Bus steigen können. Demnächst soll dieser "Streifzug" ausgeschildert werden. "Im Zuge der zusätzlichen Route werden wohl die kleineren A-Wege nicht mehr vom Sauerländischen Gebirgsverein berücksichtigt. Das muss ja auch alles gepflegt werden", so Behrensmeier, der froh ist, Persönlichkeiten wie Kreckel, Bönisch und Lunderstädt an seiner Seite zu wissen: "Denn es ist ja schwer, Menschen für den ehrenamtlichen Einsatz zu gewinnen."

Bei Hartmut Behrensmeier in der Wirtschaftaförderungsgesellschaft laufen die Fäden bei der Pflege der Wege zusammen. "Wenn ich einen Schaden feststelle, dann melde ich ihm das. Das klappt gut", berichtet Dietrich Lunderstädt.

Fall für den Landschaftsgärtner oder den Förster

Je nachdem, um welchen Flächenabschnitt es sich handelt, schickt Behrensmeier entweder einen Landschaftsgärtner oder Förster Priggel zu jenem Pfad, der von Gestrüpp überwuchert ist - oder von umgestürzten Bäume blockiert wird. "Innerhalb von 24 Stunden wird das meistens erledigt", erklärt Lunderstädt, der Freude an seinem Ehrenamt hat. "Ach, so lange ich noch laufen kann, mache ich weiter. Ich bin ja ohnehin dauernd unterwegs."

Und so wird Dietrich Lunderstädt hoffentlich noch lange mit Schere, Aufklebern oder weißer Farbe über die Wanderwege marschieren. Mit letzterer malt er zuweilen auch den Schriftzug "A1" bis A6" oder "Ra" auf markante Stellen am Wegesrand. Denn in Radevormwald soll sich schließlich niemand verirren.



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