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 Bergisches Land

K.O.-Tropfen sind eine große Gefahr.

Von Frauke Fechtner

Wuppertal. Es ist eine der hinterhältigsten Methoden, um Menschen auszurauben oder sexuell zu missbrauchen. So genannte K.O.-Tropfen sind völlig geschmacksneutral, farblos und ohne Geruch - aber brandgefährlich. Einmal ins Getränk gemischt, machen sie das ahnungslose Opfer schnell willenlos, sorgen schließlich für Handlungsunfähigkeit.

Solche Fälle, in denen junge Frauen mit Erinnerungslücken am nächsten Morgen unbekleidet aufwachen, nehmen laut Justizministerium NRW sowie dem Deutschen Hotel und Gaststättenverband NRW (DeHoGa) zu. Eine gemeinsame Aktion macht jetzt mit einer Präventionskampagne erneut auf die Gefahren des tückischen Gifts aufmerksam - und will vor allem dafür sorgen, dass die potentiellen Opfer gewarnt sind.

Eine 19-Jährige aus Mettmann ist im Oktober vergangenen Jahres in einem Düsseldorfer Club Opfer von K.O.-Tropfen geworden. Im Verdacht standen drei Wuppertaler: Sie sollen der jungen Frau die Tropfen in ein Getränk geschüttet haben. Eine Freundin fand die 19-Jährige benommen auf der Toilette. Zu einer Vergewaltigung oder einem Raub kam es zum Glück nicht.

Auch Wuppertaler Kneipen und Diskotheken werden sich an der Aktion beteiligen, die der Hotel- und Gaststättenverband in Wuppertal vorgestellt hat. Mit aufklärenden Plakaten und Flugblättern will er Kneipenbesucher für das Thema sensibilisieren. Zudem sorgen Bierdeckel mit einem roten Boxhandschuh und dem Spruch "Lass dich nicht K.O.-Tropfen!" für Aufmerksamkeit und ausreichend Gesprächsstoff bei den Kneipengängern.

Der Bierdeckel sei auch das wichtigste Element bei der Verteidigung gegen die K.O.-Tropfen, weiß Christian Jäger, Geschäftsführer der Dehoga Bergisch Land. "Deckel aufs Glas" sei immer noch der einfachste und wirkungsvollste Schutz gegen unangenehme Überraschungen. Geht man in der Gruppe feiern, gilt es aufeinander zu achten. Gerade in der Karnevalszeit sei es zudem wichtig, keine offenen Getränke von Fremden anzunehmen, und natürlich solle man sein Glas niemals unbeaufsichtigt lassen.

Genaue Zahlen zu Opfern, die mit K.O.-Tropfen betäubt und anschließend ausgeraubt oder vergewaltigt wurden, gibt es übrigens nicht. "Viele Opfer wissen oft gar nicht, dass sie betäubt wurden, da die Symptome einem Vollrausch ähneln. Andere schämen sich und gehen deshalb nicht zur Polizei," so Wolf-Tilmann Baumert, Leitender Oberstaatsanwalt. Er geht von einer hohen Dunkelziffer aus.

Ein weiteres Problem: Innerhalb von nur acht Stunden ist das Gift im Körper schon nicht mehr nachweisbar. Auf eine weite Verbreitung der K.O.-Tropfen deutet auch der illegale Handel mit ihnen hin. Bei einer deutschlandweiten Razzia wurden Ende Januar in 13 illegalen Labors in NRW insgesamt 15 Liter der gefährlichen Substanzen gefunden, von denen schon wenige Tropfen reichen, um einen Menschen außer Gefecht zu setzen.


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Artikel vom: 08.02.2010  
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