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Radevormwald
Linienbus riss fünf Menschen in den Tod
Von Frank Michalczak und Tanja Behnke
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Fünf Menschen starben gestern bei schwerem Busunglück an der Wupper. Zwei Opfer kommen aus Radevormwald. "Es hörte sich so an, als ob ein Gebäude in sich zusammengestürzt wäre", schilderte gestern eine Zeugin den lauten Knall, der gegen 11.50 Uhr die Wupperorte erschütterte.
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Auf der Landstraße zwischen Dahlerau und Dahlhausen war ein Bus der Linie 626 mit zwölf Menschen von der Fahrbahn abgekommen. Das Fahrzeug, das in Richtung Radevormwald unterwegs war, durchschlug an der Haltestelle Wuppermarkt die Leitplanke, stürzte eine etwa 20 Meter tiefe Böschung hinab. Das Fahrzeug kippte zur Seite und landete auf dem Dach in der Wupper. Fünf Minuten später waren die ersten Rettungskräfte der Rader Feuerwehr vor Ort. Ihnen bot sich zunächst ein unklares Bild. Mehrere verletzte Passagiere hatten sich aus eigener Kraft aus dem Wrack befreien können, waren die Böschung hinauf geklettert und wurden bereits von Passanten versorgt.
Großalarm wurde ausgelöst. Insgesamt 120 Rettungskräfte aus den Nachbarstädten und dem Oberbergischen Kreis eilten zur Unfallstelle. Für fünf Menschen kam jede Hilfe zu spät. Der 45-jährige Busfahrer aus Velbert, ein Ehepaar aus Schwerte (70 und 71 Jahre), sowie eine Frau (80) und ein Mann (38) aus Radevormwald wurden tot geborgen.Verletzte wurden am Wuppermarkt versorgt Ein provisorisches Lager für die Verletzten wurde auf dem Parkplatz des Wuppermarktes eingerichtet. Das DRK baute ein Zelt auf. Dutzende Rettungswagen fuhren vor. Ein Hubschrauber brachte einen Schwerverletzten in eine Klinik nach Solingen. Am Abend schwebte er noch in Lebensgefahr.
Unterdessen rollte die Medienberichterstattung an. Fernsehteam auf Fernsehteam raste in die Wupperorte, die einen regelrechten Journalistenansturm erlebten. Mehrere Dutzend Übertragungswagen säumten die Landstraße. Dabei konnten die Reporter über die ersten Versuche "live" berichten, den vollkommen beschädigten Bus mit einem Kran der Wuppertaler Feuerwehr zu bergen. Unter dem Fahrzeug wurden bis 15.30 Uhr noch weitere Opfer vermutet. Dann gab Polizeisprecher Jürgen Dzuballe Entwarnung. Taucher der DLRG sowie Spezialeinheiten der Feuerwehr hatten keine weiteren Leichen entdeckt. "Es war mittlerweile gelungen, den Bus anzuheben."
Bei der Unfallursache tappten die Ermittler gestern noch im Dunkeln. Bremsspuren fanden sie nicht. "Zeugen erklärten uns, dass der Bus ab der letzten Haltestelle in Vogelsmühle aus unerfindlichen Gründen plötzlich immer schneller fuhr und schließlich von der Straße abkam", berichtete Dzuballe über die ersten Erkenntnisse. Die Kölner Staatsanwaltschaft übernahm die weiteren Ermittlungen. Ein Sachverständiger wurde eingeschaltet. Unter anderem wurde das Tacho des Busses sicher gestellt.
Bereits wenige Minuten nach dem Unglück war Bürgermeister Dr. Josef Korsten zur Unfallstelle geeilt. Er zeigte sich tief erschüttert über das Geschehen und versuchte, den Rettungskräften "moralische Unterstützung" zu geben. "Mehr ist in dieser Situation ja gar nicht möglich." Am Nachmittag machten sich auch NRW-Innenminister Ingo Wolf und Landrat Hagen Jobi ein Bild von dem Einsatz. "Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen. Hinter ihnen stehen ja ganze Familien", betonte Minister Wolf. In einer Pressekonferenz im Bürgerhaus dankte er den Mitarbeitern der Feuerwehren für ihren Einsatz. Dazu zählten auch die Notfall-Seelsorger. Pfarrerin Manuela Melzer sowie Maria Kluge und Marc Klein waren unter anderem vor Ort.
Seelsorger kümmerten sich um Angehörige "Wir haben uns um Angehörige gekümmert, die zur Unfallstelle gekommen waren", berichtete Manuela Melzer. Für die Betroffenen war im Haus der Arbeiterwohlfahrt in Dahlhausen eine Anlaufstelle eingerichtet worden.
Übersicht:
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KURZ BERICHTET
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