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Radevormwald
Gymnasium: Filiale geplant
Von Nadja Lehmann
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Das Theodor-Heuss-Gymnasium spreizt die Flügel und flattert nach Hückeswagen. Vielleicht. Schon 2011 könnte in der Nachbarstadt eine Dépendance eröffnet werden. Wenn Hückeswagen denn will.
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Dessen Kommunalpolitiker saßen jetzt im Schulausschuss beieinander und warfen einen Blick auf das Radevormwalder Konzept. THG-Leiter Matthias Fischbach-Städing und Stellvertreterin Nina Wintersohl waren zwar auch zu Gast, kamen aber (noch) nicht zu Wort. "Wir werden das Konzept wahrscheinlich auf der nächsten Ausschusssitzung am 17. Mai vorstellen und dazu dann auch mehr sagen", kündigt Fischbach-Städing an.
Was ist geplant? Fünftklässler könnten künftig in Hückeswagen das Gymnasium besuchen. Bis einschließlich siebter Klasse (oder achter - das steht noch nicht fest). Dann könnten Schüler und Eltern entscheiden, ob sie nach Rade wechseln oder doch nach Wipperfürth pendeln. "Was dann aber eher unwahrscheinlich ist, wenn sie erst einmal bei uns waren", meint Fischbach-Städing.
Wipperfürth war bislang für die Hückeswagener erste Wahl. Doch nun geht auch das THG - aufgerüstet mit neuen naturwissenschaftlichen Räumen, mit neuer Mensa und Aula, auf Schülerfang über Rader Stadtgrenzen hinaus.
Räume könnte das THG eventuell in der Hückeswagener Hauptschule beziehen. "Durch die Entwicklung der Schülerzahlen gibt es dort Kapazitäten", berichtet Fischbach-Städing. "Wo wir Räume bekommen, liegt aber in der Entscheidung der Stadt Hückeswagen."
Ebenso wie der konkrete Beginn. Wenn Hückeswagen zu Jahresbeginn sein "Okay" signalisieren würde, dann könnte das THG zum Sommer 2011 durchstarten. "Wir haben einige Kollegen, die aus Hückeswagen oder Wipperfürth kommen, für die ist das durchaus interessant", sagt Fischbach-Städing.
Zumal ein umfangreiches Pendeln der Lehrer zwischen Rade und Hückeswagen vermieden werden solle: "Die Kollegen werden dann gezielt eingesetzt." Und dazu wird das THG mehr Lehrer brauchen. "Wenn wir höhere Schülerzahlen haben, benötigen wir eine größere Lehrerzuweisung, klar", sagt Fischbach-Städing. Ein bis zwei fünfte Klassen seien in Hückeswagen von den Zahlen her durchaus denkbar: "Da setzen wir aber keine Grenzen."
Eine Zerrissenheit seiner Schule befürchtet der Pädagoge nicht. "Es gibt in NRW eine einzige Schule, die ein ähnliches Modell praktiziert wie wir", berichtet er. Das sei Steinfurt, das sich Fischbach-Städing und Nina Wintersohl bereits angesehen haben: "Unser Eindruck war sehr positiv." Um die Bindung der Hückeswagener Schüler ans Rader Stammhaus zu stärken, ist angedacht, diese einen Tag pro Woche an der Hermannstraße zu unterrichten.
Dazu müssten Busse zwischen Radevormwald und Hückeswagen hin und her rollen. "Die Beförderung ist Sache der Kommunen", erklärt Matthias Fischbach-Städing. Und natürlich müsse dann auch die OVAG ins Boot geholt werden.
Begrüßt werden die Pläne von Bürgermeister Dr. Josef Korsten, wie er im Rader Schulausschuss deutlich machte. "Denn es geht langfristig darum, dass die Oberstufe unseres Gymnasiums gestärkt wird - durch mehr Schüler aus Hückeswagen." Angesichts der Geburtenrückgänge sei das THG auf Schüler der Nachbarstädte angewiesen. Und er ging sogar noch einen Schritt weiter. "Wir sollten darüber nachdenken, mit Hückeswagen einen Zweckverband für das Gymnasium zu gründen."
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