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Remscheid
Hilfe für Autisten
Von Anja Carolina Siebel
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Verunsicherung, Aggression und das Angewiesensein auf straffe Regeln und Abläufe im Alltag: Autisten leben in ihrer ganz eigenen Welt. Alexandra Harth weiß das. Die Remscheider Diplomheilpädagogin und Familientherapeutin arbeitete über zehn Jahre in einem Heim für Menschen mit Autismus in Velbert - und spezialisierte sich während dieser Zeit.
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"Da wurde mir auch bewusst, wieviel Bedarf an geeigneten Therapeuten besteht", sagt Alexandra Harth. Diese Erkenntnis half ihr bei der Entscheidung, sich mit einer autismusspezfischen Praxis selbstständig zu machen. Wuppertal, Solingen und Remscheid sollten Einzugsgebiete sein. "Ich war sicher, dass die Nachfrage riesig sein würde."
In Remscheid stieß Harth gleichwohl auf wenig Verständnis: "Es gäbe kaum Autisten in Remscheid, hat man mir beim ersten Gespräch knapp gesagt." Weitere Gespräche mit dem städtischen Jugendamt folgten. "Inzwischen habe ich auch eine Vergütungsvereinbarung mit der Stadt", berichtet Harth. Wenn also Bedarf bestünde, würde man die Kinder zu ihr vermitteln. "Bisher kam da nichts", sagt die Therapeutin. Dass die Dunkelziffer nicht-diagnostizierter und schließlich falsch behandelter Krankheitsbilder insgesamt hoch ist, weiß die Fachfrau.
Und: "Warum sollte das in Remscheid anders sein als in anderen Städten?"Tom Küchler vom Jugendamt mag das so nicht stehen lassen. "Wir haben hier wenig Bedarf", sagt er auf Nachfrage. Junge Patienten mit unklarem psychiatrischen Krankheitsbild, wie häufig bei Autisten der Fall, vermittele das Amt zum Sozialpädiatrischen Zentrum am Sana Klinikum.
"Die Diagnose liegt in unseren Händen", bestätigt dessen Leiter Dr. Thomas Schliermann. Er räumt gleichwohl ein, dass es für die Weiterbehandlung der unterschiedlich ausgeprägten Entwicklungsstörung an Fachkräften mangele - auch in Remscheid.
"Natürlich gibt es bei uns nicht weniger Autisten als anderswo", so Schliermann. Vor allem die von einer leichten Autismus-Form Betroffenen, die Regelschulen besuchen, seien auf konsequente Therapien angewiesen. Die SPZ-Mitarbeiter schicken Betroffene nach Köln oder Hilden.
Schliermann: "Darüber müssen wir sicher nochmal mit dem Jugendamt sprechen und uns neue Wege überlegen." Für Alexandra Harth könnte das ein Ansatz sein, endlich helfen zu können. "Vor allem aber für viele verzweifelte Eltern", betont sie, "die ohne Rüstzeug völlig hilflos dastehen."
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