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Wermelskirchen
Klangvoller Advent mit dem Blasorchester
Von Frank Becker
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"Little Opening" hat der junge Komponist Thiemo Kraas seine Fanfare für Blasorchester genannt, mit der das Weihnachtskonzert des Blasorchesters Dabringhausen festlich eröffnet wurde.
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Wenn jedoch ein gut 40-köpfiges Orchester mit großem Schlagwerk und vier Tuben - davon zwei Basstuben - anhebt, kann man das mit Fug und Recht als "Grand Opening" bezeichnen.Das bestens disponierte Orchester bot unter der Stabführung seines Leiters Reinhold Felthaus damit und mit allen folgenden Stücken seinem zahlreichen Publikum in der Mehrzweckhalle einen genussreichen Abend.
Conférencier Thorsten Steinhaus lag bei der Ankündigung des zweiten Programmpunkts etwas sehr daneben und stand wohl auch recht allein mit seiner Einstellung dem Posaunenkonzert op. 88 von Felix Alexandre Guilmant (1837-1911) gegenüber, als er das glänzende Werk unreflektiert gering schätzte. Mit dem Solisten Titus Riederer und dem großen Klangkörper wurde es zum zweiten Glanzlicht.
Drei adventliche Lieder, kurz und knapp vorgetragen von rund 30 Sängern des Männerchors 1844 Wermelskirchen, waren ein kleines gesangliches Intermezzo, bevor die Kleinen und Kleinsten der Anfängerformationen des Blasorchesters ihre Fortschritte präsentierten. Es ist erstaunlich und erfreulich, wie viele Kinder und Jugendliche sich unter der Anleitung von Ralf von Tegelen sich der ernsthaften Musik widmen.
Ein zweiter Block mit dem MC 1844 und vier Liedern stand am Beginn des zweiten Teils. Hier wurde Carl Maria von Webers Jägerchor aus dem Freischütz op. 77 durch die Mitwirkung eines Hornquintetts aus den Reihen des Orchesters zum besonderen Vergnügen. Antonin Dvoraks "Festlicher Marsch" folgte, bevor erneut eine Komposition Thiemo Kraas auf dem Programm stand, sicher der künstlerische Höhepunkt des unterhaltsamen Abends, jedoch bedauerlicherweise von der Conférence ebenfalls und unverständlich von oben herab behandelt.
Die mit dem Neologismus "Imagasy" (aus Imagination und Fantasy) bezeichnete komplexe Komposition ist ein prächtiges Musikstück, das in überbordender Spielfreude vom Orchester und seinen fünf (!) brillanten Schlagzeugern glanz- und klangvoll umgesetzt wurde. Ein mitreißendes Erlebnis. Der begeisterte Applaus der Zuhörer war wohl Kommentar genug.
Drei wunderschöne Sätze aus der "Tom Sawyer Suite" von Franco Cesarini (*1961), besonders der letzte Satz "Happy Ending", zeigten Reife und unterstrichen den Rang der Aufführung durch die Dabringhauser Bläser. Cesarini hat allerdings kräftig bei Oscar Hammerstein/Jerome Kern geborgt - "Ol` Man River" ließ sehr grüßen. Den Ausklang machten Melodien aus Mexiko ("Feliz Navidad" von José Feliciano), den USA ("Winter Wonderland" von Felix Bernard/Richard B. Smith) und das vertraute "Alle Jahre wieder" von Wilhelm Hey / Friedrich Silcher.
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