Erstmals seit Jahren steigen die Zahlen der Asylbewerber
Von Axel Richter
Sie kommen aus Syrien, aus dem Iran, Irak und neuerdings auch wieder aus dem ehemaligen Jugoslawien: 34 neue Flüchtlinge kamen in den ersten drei Monaten 2012 nach Remscheid. Der Krieg des Assad-Regimes gegen die eigene Bevölkerung sowie die anhaltende und neu aufflammende Gewalt in den Herkunftsländern zeigen damit unmittelbare Folgen.
Auch finanzielle: 250.000 Euro muss die Stadt für die Neuankömmlinge aufwenden, um sie zu versorgen. Zusätzlich zu jenen Hilfsgeldern für die Menschen, die bereits in Wohnungen und in den Remscheider Flüchtlingsheimen leben.
Annähernd 300 sind es, die ihe Heimatländer verlassen haben und in Remscheid eine vorläufige Bleibe gefunden haben. Die Hälfte von ihnen lebt in den Heimen an der Klauser Delle, an der Lenneper Wülfingstraße, an der Schwelmer Straße und an der Weststraße in Stachelhausen.
245 erhalten Leitungen nach dem Asylbewerbergesetz. 740550 Euro pro Jahr hatte die Stadt bisher für ihren Lebensunterhalt eingeplant. Das wird nun nicht reichen, prognostiziert Stadt Remscheid. Und auch für die Unterbringung der Menschen wird sie künftig wieder mehr Geld ausgeben müssen.
Aus der geplanten Schließung des Flüchtlingsheimes an der Weststraße - im August sollte es eigentlich dicht gemacht werden - dürfte jedenfalls nichts werden, prognostiziert Klaus-Dieter Hammes vom Amt für Unterbringung und Leistungsgewährung. "Unsere Heime sind voll und die Flüchtlingszahlen dürften in nächster Zeit weiter steigen."
Auf die Zuweisung haben die Städte keinen Einfluss
Dabei waren die Zuweisungen des Landes lange Zeit rückläufig. Nachdem sich Deutschland Anfang der 90er-Jahre mit der so genannten Drittstaatenregelung vom weiteren Zuzug buchstäblich abgeschottet hatte, ging die Asylsuchenden-Zahl zurück.
Jetzt steigt sie wieder, weiß Klaus-Dieter Hammes. Und die Städte sind zur Aufnahme verpflichtet. Egal, wie arm oder wohlhabend sie sind. Auf die Zuweisung haben sie keinen Einfluss.
Und auch nicht auf die Gründe, die die Menschen zur Flucht veranlassen. So dürfte erst nach einem Ende der Gewalt in Syrien die Fluchtwelle abebben. Beraten wird die Entwicklung im Integrationsausschuss am 17. April im Remscheider Rathaus.
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