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25.06.2012 02:10

Händler im Allee-Center beklagen Trinkereien vor den Eingängen

Von Axel Richter

Dieter Reichel ist Wurtstverkäufer und ein Mann klarer Worte: "Das sind nicht unsere Kunden von morgen, sondern die Hartz-IV-Empfänger von morgen", sagt der Chef vom "Landhof Standl" im Allee-Center. Gemeint sind jene jungen Remscheider, die sich vorzugsweise mit Bierflasche ab dem Nachmittag vor dem Center-Eingang am Rathausplatz aufhalten. Dort und auf der anderen Center-Seite, rund um den Kinderspielplatz gegenüber dem Teo Otto Theater. Dieter Reichel und auch andere Landeninhaber im Allee-Center fürchten um ihre Kundschaft.

"An den Gelagen traut sich doch keiner mehr vorbei", schimpft der Geschäftsmann. Was selbst für Mitarbeiterinnen gelte, die abends ihren Arbeitsplatz im Center verlassen, um nach Hause zu gehen. "Es kann doch nicht sein, dass da betrunkene Männer die Hosen runterlassen", sagt Reichel und fordert die Stadt zum Einschreiten auf.

Nun sind die beiden Eingänge zum Allee-Center nicht erst seit gestern regelmäßiger Treffpunkt für skatende Jugendliche, aber eben auch für Unangepasste, die sich in aller Öffentlichkeit betrinken. Sophie Dukat, die Managerin des Allee-Centers, sieht deren Erscheinen dennoch gelassener als ihr Mieter.

"Die gibt es doch in jeder Stadt", sagt die 23-Jährige und mag auf die Jugendlichen, die vor dem Center auf dem Rathausplatz ihrem Freizeitsport nachgehen, nichts kommen lassen. "Das sind doch wohl eher Erwachsene, die dort trinken."

Im Center werde das freilich nicht geduldet, und wer sich daneben benehme, müsse mit einem Hausverbot rechnen. Die Treffen vor den Center-Türen fielen freilich in den Aufgabenbereich der Stadt: Rathaus- und Spielplatz sind öffentlicher Raum.

Das Remscheider Ordnungsamt nennt beide Plätze denn auch in einer Reihe mit dem Hauptbahnhof oder auch dem Bökerspark. "Wir begehen diese Orte regelmäßig", sagt Abteilungschefin Claudia Schmidt. Dass die Jugendlichen andere bedrohen, sei ihr allerdings neu.

Einschreiten können die Ordnungskräfte ohnehin nur manchmal. Dann, wenn sich die Teilnehmer zu einem echten Trinkgelage versammelt haben - erkennbar beispielsweise an einem ordentlichen Vorrat von Alkoholika -, können ihre Mitarbeiter einen Platzverweis ausssprechen und Bußgelder verhängen. Darüber hinaus gilt: "Auch diese Menschen sind Teil der Gesellschaft", sagt Claudia Schmidt.

Dortmund hat jüngst einen Trinker-Raum eingerichtet

Und die geht höchst unterschiedlich mit ihnen um. Dortmund hat neuerdings einen eigenen Raum für Alkoholiker eingerichtet. Ein interessanter Ansatz, findet Claudia Schmidt: "Wir haben es mit einem Problem zu tun, über das sich alle Städte Gedanken machen müssen."



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