Tornado richtete einen Schaden von 500.000 Euro an
Von Andreas Tews
Plötzlich gab es in der Vereinsstraße einen Ohren betäubenden Lärm. Adolf Schmitt, der gegen 16.40 Uhr in seiner Wohnung auf dem Sofa saß, befürchtete schon eine ähnliche Katastrophe wie den Flugzeugabsturz von der Stockder Straße vor 24 Jahren. Als er aus dem Fenster schaute, sah er umherfliegende Dachziegel, Bäume und Straßenlaternen bogen sich bedenklich und Rollläden wackelten. Das alles dauerte gerade einmal fünf bis sechs Sekunden.
Die Windhose zog von
Morsbach bis zur Blume
Eine Windhose zog gestern am späten Nachmittag einmal quer durch das Stadtgebiet - nach Angaben von Feuerwehr-Chef Guido Eul-Jordan von Morsbach über die Innenstadt bis zur Blume. Sie hinterließ eine schmale Spur der Verwüstung. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf mindestens 500000 Euro.
"Um 16.44 Uhr ging es los", berichtete Eul-Jordan. Ab da stand in der Feuerwehr-Leitstelle das Telefon nicht mehr still.
Eul-Jordan und die Polizei berichteten von zehn teilweise abgedeckten Dächern, umgestürzten Bäumen und durch umherfliegende Dachziegel beschädigten Autos. Verletzt wurde offenbar niemand. "Das war großes Glück", lautete Eul-Jordans Fazit.
Allein an der Vereinsstraße schätzte die Polizei vor Ort den Schaden auf mindestens 25000 Euro. Dachziegel von Häusern im oberen Verlauf flogen die gesamte etwa 130 Meter lange Straße hinunter. Sie schlugen in Autos ein, flogen auch durch mindestens ein Fenster. "Ich stand im Garagenhof und konnte mich gerade noch an die Wand drücken", schilderte Anwohner Jürgen Kunde, der im mittleren Abschnitt der Straße wohnt.
Wie auch Adolf Schmitt vom oberen Ende der Vereinsstraße war er sehr froh, dass niemandem etwas passiert ist. Gerd Schmitt, der im gleichen Haus wohnt, befürchtete beim Blick aus dem Fenster, dass der Baum und die Straßenlaterne gegenüber umkippen würden.
Von der Innenstadt aus zog die Windhose weiter in Richtung Osten. An der Blume muss sich der Sturm nach Eul-Jordans Vermutung gelegt haben. In den Nachbarstädten sei nichts passiert.
Zwei Stunden nach den ersten Anrufen hatte sich die Lage in der Leitstelle dann langsam beruhigt. Die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Bergisch Born, die dort den Grundschutz gewährleisteten, hatten keine neuen Anrufe, die sich auf die Windhose bezogen, mehr entgegenzunehmen. Die 50 im Einsatz befindlichen Feuerwehrmänner arbeiteten laut Guido Eul-Jordan die Fälle bis in den Abend nach und nach ab.
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