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22.03.2013 02:15

Was wird aus dem Ein-Mann-Bunker?

Von Kerstin Neuser

Zoom Durch die Rodungsarbeiten auf dem ehemaligen Bahnhofs-Areal fällt der Ein-Mann-Bunker nun gleich ins Blickfeld jener, die mit dem Müngstener unterwegs sind oder auf der Trasse spazieren gehen. Die Spuren der Jahrzehnte sind allerdings deutlich zu erkennen. Foto: Michael Sieber

Bei den Rodungsarbeiten an der Karlstraße ist ein alter Ein-Mann-Bunker wieder zum Vorschein gekommen: Viele Jahre lang hatten ihn Sträucher und Büsche auf dem Gelände des ehemaligen Lenneper Güterbahnhofes verdeckt - bis die Vorbereitungen für dortige Gewerbegebiet begonnen haben. Aufmerksamen Passanten auf der Trasse fällt er gleich ins Auge.

Seit Jahrzehnten setzen Moos und Witterung der Betonhülle zu, die offenbar den Arbeitern am Lenneper Güterbahnhof Schutz bieten sollte. "Man hat schon bei den Vorbereitungen auf den Zweiten Weltkrieg in allen militärwichtigen Gegenden solche Bauwerke errichtet", sagt Wilhelm R. Schmidt, profunder Kenner der Lenneper Geschichte. So dürfte es auch hier gewesen sein: Der Lenneper Bahnhof war damals das Drehkreuz des prosperierenden Stadtteils.

Hält der Bunker einem
Umzug stand?

Der Stadt sei bekannt gewesen, dass sich ein solches Bauwerk auf dem Gelände befindet, sagt Stadtsprecherin Viola Juric. Anders als andere Bunker steht jener in Lennep nicht unter Denkmalschutz und muss daher für das Gewerbegebiet weichen.

Dennoch will die Stadt auf Anregung eines Bürgers versuchen, ihn zu erhalten - allerdings an anderer Stelle. Denkbar sei etwa ein Standort an der Trasse. Noch sei aber nicht klar, ob der Bunker einen Umzug überhaupt überstehen würde. "Wir befinden uns da in der Klärungsphase", sagt Juric. Erst danach gehe es um einen möglichen Standort und die Kosten. Das Areal an der Karlstraße soll bis Mai endgültig geräumt sein.

Bahnhofs-Gebiet ist "durchlöchert" von Bunkern

Ein-Mann-Bunker sind prinzipiell nichts ungewöhnliches, sagt Wilhelm R. Schmidt. In Lennep kenne er gleich mehrere erhaltene Exemplare. Überhaupt sei das Areal rund um den Bahnhof "ganz durchlöchert von Bunkern", sagt der Historiker. Unter anderem befinde sich im Bereich Karlshöhe ein mehrstöckiger unterirdischer Bunker. "Dort war ein Bierverlag untergebracht", erinnert sich Schmidt. "Es gibt noch etliche alte Lenneper, die als Kinder dort herumgeturnt sind."

KRIEGSRELIKTE

BUNKER An vielen Stellen im Stadtgebiet gibt es bis heute Bunker - vom großen Hochbunker in Vieringhausen mit drei Etagen ziviler Luftschutzräume bis zu Ein-Mann-Bunkern, sagt Wilhelm R. Schmidt. Größtenteils befinden sie sich heute auf privaten Grundstücken, zum Teil aber auch im Wald.



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