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28.04.2012 02:44

Reaktion auf TV-Beitrag - "Dunkler Fleck" unserer Stadt

Von Frank Michalczak

Am Ende einer ereignisreichen Woche in Radevormwald sorgte ein Filmbeitrag im Westdeutschen Rundfunk für jede Menge Gesprächsstoff in der Stadt. Über Monate hinweg hatte ein Kamerateam die rechtsradikale Szene beleuchtet, Straftaten dokumentiert, mit Opfern und mutmaßlichen Rädelsführern Kontakt geknüpft. Ausgestrahlt wurde das Ganze am Donnerstagabend.

Auch Bürgermeister Dr. Josef Korsten (SPD) kam darin zu Wort, der keine Bewertung über den Beitrag abgeben will. "Im Fokus der Berichterstattung stand nun einmal der Rechtsextremismus. Und es war ein bedrückendes Bild, das da von Radevormwald gezeichnet wurde."

Klar müsse aber auch sein, dass dieser "dunkle Fleck" nur ein "Bruchteil unserer Stadt ist". Dr. Korsten erinnert in diesem Zusammenhang an die Vielzahl von Aktivitäten, die sich gegen Intoleranz und für ein buntes Radevormwald einsetzen. Es habe sich längst ein breites Bündnis formiert. "Und wir haben nie etwas kleingeredet oder unter den Tisch gekehrt, wie es möglicherweise in manchen anderen Städten der Fall ist."

Um ein umfassendes Porträt der Stadt Radevormwald und seiner Wupperorte sei es dem Journalisten-Team in seinem 45-minütigen jedoch auch gar nicht gegangen. "Zielsetzung war es, Einblick in die rechtsextreme Szene zu geben." Erstaunt zeigte sich Dr. Korsten über den Aufwand, der dabei getrieben wurde. Fast ein Jahr lang hatte sich das WDR-Team mit dem Thema beschäftigt und auch mit ihm lange Gespräche geführt. "Ausgestrahlt wurde davon nur ein kleiner Ausschnitt."

Für den CDU-Vorsitzenden Christian Viebach ist es erfreulich, dass die mutmaßlichen Täter enttarnt worden seien. In dem Filmbeitrag ging es zum Teil auch um jene Männer, die am Mittwoch bei einem Großeinsatz der Polizei vorübergehend festgenommen worden waren. Auch mit ihnen hatte das WDR-Team versucht, Kontakt zu knüpfen und das Gespräch zu suchen, allerdings mit eher begrenztem Erfolg.

"Radevormwald ist so viel mehr als das - denken Sie an die Vereine, an die Schulen", hebt Viebach hervor, dem klar ist, dass die Stadt nun mit dem Thema Rechtsradikalismus landesweit in Verbindung gebracht wird.

Ein mulmiges Gefühl hinterließ der Beitrag auch bei Herbert Moeselaken, dem Bürgervereinsvorsitzenden der Wupperorte. "Es ist schade, dass wir jetzt diesen Ruf haben." Ihm fehlte in der Dokumentation ein Lösungsansatz, eine "Perspektive für die Zukunft".

Welches Image Radevormwald mittlerweile hat, erlebte der neue Vorstand der Sparkasse Michael Beeckes bereits in Gesprächen mit, wie er bei einem gestrigen Ortstermin erzählte. "Ich wurde nun schon von Bekannten gefragt, in welche Stadt ich denn gezogen sei..."



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