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01.06.2012 02:10

"Freundeskreis" weiter im Visier der Ermittler

Von Frank Michalczak

Zoom Hier soll sich der "Freundeskreis Rade" getroffen haben - in einer Halle hinter der Firma Hardt & Pocorny in Dahlhausen. Foto: Michael Sieber

Ihnen wird die Gründung einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt. Sie sollen zudem für eine ganze Reihe von Einzeldelikten verantwortlich sein - von Sachbeschädigung bis hin zu schwerer Körperverletzung. Es geht um die Mitglieder, die dem rechtsextremen "Freundeskreis Rade" angehören.

Am 26. April holte die Polizei zum großen Schlag gegen die Gruppierung aus. Zahlreiche Wohnungen wurden in Radevormwald durchsucht, drei mutmaßliche Täter vorübergehend festgenommen. Licht ins Dunkel der Vorwürfe versucht derzeit Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn in Köln zu bringen. "Die Ermittlungen dauern nach wie vor an", berichtet der Jurist, der Prozesse nicht vor dem Spätsommer erwartet.

Insgesamt zählt Willuhn 19 Beschuldigte, die wegen unterschiedlicher Vorwürfe ins Visier der Ermittler gelangt sind. "Aber es ist natürlich nicht so, dass sie alle bei einem Verfahren gemeinsam auf der Anklagebank Platz nehmen würden. Das wäre ja ein größeres, logistisches Problem." Außerdem gelte es zu unterscheiden, wer beim "Freundeskreis Rade" Anführer und wer Mitläufer gewesen sei. "Es geht darum, die internen Strukturen aufzudecken", schildert er die Hauptaufgabe bei diesem Puzzle, das noch zusammengesetzt werden muss.

Computer und sonstige Datenträger werden untersucht

Auch vor diesem Hintergrund werden die sichergestellten Computer und sonstigen Datenträger aus den Wohnungen der Beschuldigten mit Akribie untersucht. Und auch die Vernehmungen dauern auch fünf Wochen nach dem Polizeischlag noch an.

Dafür zuständig sind Ermittler der Kölner Polizei, die der Staatsanwaltschaft die nötigen Beweise liefern soll, dass es sich beim "Freundeskreis" tatsächlich um eine kriminelle Vereinigung handelt. "Bislang jedenfalls konnte dieser Verdacht noch nicht ausgeräumt werden", erklärt Willuhn. "Es sind aber im Zuge der Ermittlungen auch keine weiteren Verdächtigen hinzugekommen."

Ein Großteil der 19 Beschuldigten, die sich womöglich im Kölner Landgericht verantworten müssen, können damit rechnen, dass bei ihnen Jugendstrafrecht angewandt würde. Das gilt für alle Minderjährigen und wahrscheinlich auch für jene, die zwischen 18 und 21 Jahre alt sind und als Heranwachsende gelten. "Es gibt nur wenige unter den Beschuldigten, die älter sind", fügt Ulf Willuhn hinzu.

Das könnte auch Folgen für die Öffentlichkeit haben, die möglicherweise aus Jugendschutzgründen von Prozessen ausgeschlossen wäre. All das werde sich aber erst im Zuge von Anklageerhebungen herausstellen.



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