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09.06.2012 02:10

"In meiner Brust schlagen zwei Herzen"

Von Gunnar Freudenberg

Zoom Auch wenn es so nicht aussieht: Siegrun Herrmann will heute Deutschland siegen sehen. Foto: Michael Sieber

EMI Lehrerin Siegrun Herrmann lebte fünf Jahre in Portugal. Heute drückt sie trotzdem Deutschland die Daumen. Aufgewachsen in Wanne-Eickel, im tiefsten Ruhrgebiet. Danach in Bochum tätig. Anschließend der Sprung ins Ausland nach Spanien und Portugal. Was klingt wie die Stationen einer erfolgreichen Fußballer-Karriere, ist in Wahrheit der Lebensweg von Siegrun Herrmann.

Bevor die promovierte Biologin vor elf Jahren als Quereinsteigerin das Lehrerkollegium an der Geschwister-Scholl-Schule bereicherte, arbeitete sie fünf Jahre im portugiesischen Porto als Wissenschaftlerin an der dortigen Universität. An die "Hauptstadt des Nordens" hat die 49-Jährige nur gute Erinnerungen. "Das waren tolle Jahre. Die Menschen dort hatten eine ähnliche Mentalität wie die im Ruhrpott". sagt Siegrun Herrmann.

Viele Freunde habe sie in dieser Zeit gefunden und schnell portugiesisch gelernt, "ohne jemals einen Sprachkurs besucht zu haben". Auch ihren ehemaligen Lebensgefährten fand sie in Porto. Kein Wunder also, dass Siegrun Herrmann sagt: "In meiner Brust schlägt ein deutsches und ein portugiesisches Herz." Wenn Deutschland aber heute Abend bei der Fußball-EM auf Portugal trifft, muss sie nicht lange überlegen. "Dann drücke ich natürlich Deutschland die Daumen. Wir gewinnen 2:1."

Siegrun Herrmann gehört nicht zu den Frauen, die Fußball nur bei Welt- und Europameisterschaften verfolgen. Als Ruhrpott-Kind habe man keine andere Wahl, als sich für Fußball zu interessieren. Schalke 04 ist ihr Lieblingsverein in der Bundesliga - Blau und Weiß, genau wie die Farben des FC Porto. "Mein damaliger Lebensgefährte war ein glühender Anhänger vom FC Porto. Das hat auf mich abgefärbt."

Auch bei der EM vor acht Jahren in Portugal hat sie mit der Heimmannschaft gefiebert, nachdem Deutschland ausgeschieden war. "Dass sie im Finale gegen Griechenland verloren haben, hat mir wirklich weh getan." Damals zog allerdings noch Volksheld Figo im Mittelfeld der Portugiesen die Fäden. "Ein attraktiver, toller Mann mit Charakter", so die Hauptschullehrerin. Cristiano Ronaldo, der aktuelle Star des Teams, gefalle ihr nicht so. "Der ist zu eitel und zu eigensinnig. Außerdem bin ich für ihn schon viel zu alt."



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