Haus Thiele: Abschied nehmen von einem, der für Ruhe sorgte
Von Gunnar Freudenberg
Der Schock über den Tod von Heimleiter Marc Weltersbach sitzt noch tief. Das geplante Sommerfest wurde durch besinnliche Stunden ersetzt. Eigentlich wollten die Bewohner und Mitarbeiter des Altenheims Haus Thiele ein buntes Sommerfest mit ihren Angehörigen und Freunden feiern - mit Jahrmarktatmosphäre, Live-Musik und kulinarischen Genüssen. Doch nach Feiern war am Samstag in Dahlerau niemandem zumute.
Zu tief sitzt bei allen noch der Schock über den plötzlichen Tod von Einrichtungsleiter Marc Weltersbach. Der 48-Jährige erlag vor knapp drei Wochen den schweren Verletzungen, die er sich bei einem Fahrradunfall im Kroatien-Urlaub zugezogen hatte. "Wir sind alle einfach nur unendlich traurig", brachte Pflegedienstleiter Manfred Brunnert seine Gefühlslage und die seiner Kollegen auf den Punkt.
Aus dem Sommerfest wurde so ein besinnlicher Nachmittag, dessen Kernpunkt eine Andacht mit Pfarrer Erhard Falkenhagen von der evangelischen Gemeinde Dahlerau bildete. "Gerade für die Bewohner ist diese Andacht wichtig. Die meisten konnten bei der Beerdigung nicht dabei sein, wollen aber gerne Abschied nehmen."
Falkenhagen erinnerte noch einmal an die Verdienste von Marc Weltersbach, der es nach seinem Antritt vor knapp zwei Jahren geschafft hatte, Ruhe in die einst zum Teil zerstrittene Belegschaft zu bringen. "Mit seiner humorvollen, zugewandten und anpackenden Art hat er sich hier viele Freunde gemacht."
Suche nach einem Nachfolger
kann noch dauern
Umso schwieriger wird es sein, einen geeigneten Nachfolger zu finden - für das private Altenheim, das in diesem Jahr durch einen 20 Betten starken Anbau erweitert wurde. Hinzu kommt, dass Marc Weltersbach als Einrichtungsleiter und Geschäftsführer eine Doppelfunktion innehatte.
"Wir sind in Gesprächen, werden uns aber Zeit lassen und nichts überstürzen", erklärte Carmen Sieckendieck, Mitinhaberin des Altenheims. "Im Moment sind das einfach schlimme Tage für uns." Froh sei sie allerdings darüber, dass von der Heimaufsicht die derzeitige Übergangslösung mit der stellvertretenden Einrichtungsleiterin Marianne Waldhausen an der Spitze akzeptiert werde. Die mache ihre Sache gut, allerdings reiche ihre Qualifikation nicht aus, um den Posten dauerhaft zu besetzen. Vorerst aber kann Marianne Waldhausen auf die Unterstützung ihrer Kollegen bauen. "Ich kann mich voll auf das gesamte Team verlassen. Wir sind noch enger zusammen gerückt. Alle ziehen super mit."
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