Rader Schülergruppe zündete am Lenneper Gymnasium illegale Böller
Von Frank Michalczak
Eine Rader Schülergruppe rief gestern Feuerwehr und Polizei in Lennep auf den Plan: Die Abiturienten zündeten am Röntgen-Gymnasium illegale Böller. Noch Anfang der Woche hatte Schulleiter Matthias Fischbach-Städing den Abitur-Kursen einen Besuch abgestattet. Schließlich erlebt der Abschlussjahrgang nun seine letzten, durchaus emotionalen Tage im Theodor-Heuss-Gymnasium - vor den Prüfungen, die schon bald auf dem Stundenplan stehen:
"Wenn sich die Schüler bei ihrem Abi-Gag lustig verkleiden und in den Pausen für Spaß sorgen, ist dagegen natürlich nichts einzuwenden", betont Matthias Fischbach-Städing. "Allerdings habe ich auch deutlich gemacht, dass wir Krawall nicht dulden und sich dazu niemand anstiften lassen darf."
Es sollte anders kommen: Gestern früh steuerte eine 19-köpfige Gruppe des Rader Abschlussjahrgangs Lennep an, um in der Nähe des Röntgen-Gymnasiums illegale Böller zu zünden. Dichter Qualm breitete sich aus. Die Feuerwehr eilte herbei.
Wer hinter dem "Streich" steckte, war offenbar schnell klar: Denn bereits gegen 10 Uhr erhielt das Rader Gymnasium Besuch von der Polizei, die sich die Übeltäter zur Brust nahm. Und auch Schulleiter Fischbach-Städing rief die Abiturienten in sein Büro, um mit ihnen ernste Worte zu sprechen.
Sein Eindruck: Hinter dem seltsamen Besuch in der Nachbarstadt stecke ein harter Kern von vielleicht vier, fünf Schülern. "Der Rest hat sich dazu überreden lassen mitzumachen. Darunter sind manche, von denen das nicht zu vermuten gewesen wäre." Sie alle dürfen heute nur kurz im THG vorbeischauen. "Um sich ihre Abi-Zulassung abzuholen. Ansonsten sind sie nicht erwünscht."
Jahrgangsstufen-Sprecher
will sich entschuldigen
Für jede Menge Gesprächsstoff sorgte der Vorfall natürlich auch unter den Schülern. Dejan Vujinovic, Sprecher des Abitur-Jahrgangs, organisierte eine spontane Versammlung für seine Mitschüler. "Ganz klar, wir distanzieren uns von diesem Verhalten." Dejan Vujinovic erinnerte daran, dass derzeit 115 junge Menschen vor dem Abitur im THG stehen. "Die allermeisten von uns hatten nichts damit zu tun. Aber natürlich werde ich mich im Namen der Jahrgangsstufe beim Röntgen-Gymnasium entschuldigen", hob er im RGA-Gespräch hervor.
Schulleiter fürchtet um den guten Ruf des Gymnasiums
Über die Motive, warum sich die Schüler auf den Weg zum Röntgen-Gymnasium begeben haben, lasse sich nur spekulieren, so der Schulleiter. Möglicherweise hänge dies mit einer gewissen Rivalität zusammen, die es häufiger zwischen benachbarten Schulen gebe. "In Essen haben sich ganze Abiturjahrgänge vor einigen Jahren mit ihren gegenseitigen Streichen regelrecht hochgeschaukelt", erklärt Fischbach-Städing. Vielleicht hätten sich seine Schüler nach Medienberichten dies zum schlechten Vorbild genommen.
Obwohl glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen ist, könnte der Vorfall einen Schatten auf das THG werfen. "In den letzten Jahren sind wir Stück für Stück nach vorne gekommen", erklärt der Schulleiter: "Aber so etwas gefährdet leider den Erfolg unserer Arbeit und den Ruf der gesamten Schule."
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auf den Seiten 16, 17.
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