WTV-Spieler macht Karriere
Von Andreas Dach
HANDBALL Vor zehn Jahren waren sie für den WTV tätig. Inzwischen sind die Wege von Emir Kurtagic und Dieter Dietze auseinandergedriftet. Er zögerte kurz. "War es vielleicht vor sieben Jahren?", fragte Emir Kurtagic. Um sich dann zu berichtigen: "Nein, es müssen schon zehn sein."
So lange ist es bereits her, dass der mittlerweile 32-Jährige Handball beim Wermelskirchener TV gespielt hat. Mal auf Linksaußen, mal auf der Mitte. Inzwischen ist der im bosnischen Sarajevo geborene Kurtagic zur großen Nummer im deutschen Handballsport geworden, führte den VfL Gummersbach durch den 29:26 (15:13)-Erfolg beim Bergischen HC als Trainer zum vorzeitigen Klassenerhalt.
Was für eine steile Karriere. Hatte der vormalige Co-Trainer die Oberbergischen doch erst im Dezember übernommen, als es superdunkel um den Traditionsverein bestellt war. Mit viel Sachverstand hat er den Club nun in ruhigere Fahrwasser gelenkt und zudem das Endspiel des Europapokals erreicht. "Mir ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen", gab er nach der nervenaufreibenden Party vor 3000 Menschen in der Wuppertaler Uni-Halle zu.
Kaum hatte er sich beruhigt, musste der spindeldürre Kurtagic Hände schütteln. Von Fans, von Freunden. Und von Dieter Dietze. Der Co-Trainer der HG Remscheid war dabei, als sich BHC und VfL bekämpften, begrüßte Kurtagic hinterher im Innenraum, als sich die Uni-Halle schon geleert hatte. "Mensch, Dieter", freute sich Kurtagic. Schnell war der Bogen zehn Jahre zurück geschlagen. "Das waren noch Zeiten", sagten sie. Und erinnerten sich an den WTV, wo Dietze unter Chefcoach Ole Hölzel den "Co" machte. Mit Spielern wie Jens Buss, wie Maik Pallach, wie Lutz Petri. Und eben wie Kurtagic.
"Ole Hölzel hat damals schon festgestellt, dass Emir sich sehr intensiv mit der Materie Handball beschäftigt", so Dietze. Deshalb ist er nicht überrascht, dass der Bosnier solch eine starke Entwicklung genommen hat.
Im Sommer wird Kurtagic die Leitung der VfL-Akademie übernehmen und mit dem neuen Trainer Jan Gorr (kommt vom TV Hüttenberg) eng zusammenarbeiten. Der ist nur zwei Jahre älter als er. Ein Duo, welches für eine erfolgreiche Zukunft des VfL stehen soll.
"Dein Weg ist nach oben gegangen", gab Dietze seinem früheren Spieler mit auf den Weg. "Meiner nach unten." Scherzte er? Meinte er das ernst? Wie auch immer - die beiden mögen sich und werden sich gewiss nicht das letzte Mal aus alter Verbundenheit geherzt haben. Wie an einem denkwürdigen Handballabend in Wuppertal.
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