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07.05.2012 02:14

Tage, die man nicht vergisst

Von Wolfgang Stüwe

Zoom Ließ sich nie den Mund verbieten und hatte Erfolg: HGR-Damen-Manager Egon Patzwall. Foto: Holger Battefeld

GESTERN IST HEUTE Wir erinnern an die prägnantesten lokalsportlichen Momente im April vor 30, 20 und 10 Jahren.

April 1982

 

Die Spieler fielen sich überglücklich in die Arme. Der Trainer war wunschlos zufrieden, glücklich und froh. Der Coach, der Ackun hieß und "Atschi" genannt wurde, hatte seine schwierigste Aufgabe auf dem Weg zur Meisterschaft und in die Handball-Regionalliga erfüllt: "Die Mannschaft im Angesicht des klaren Vorsprungs von mitunter neun Punkten immer wieder neu zu motivieren und auf die nächste Aufgabe vorzubereiten..." Als der Wermelskirchener TV in Velbert 27:17 gewonnen hatte, taufte "Nonno" Bartolovic seine Mitspieler mit Sekt. Den Jugoslawen "Nonno" würdigte Michael Johannpeter im RGA-Sport vom Montag, 26. April 1982, so: "Er war heuer einmal mehr die spielbestimmende Persönlichkeit, glänzte oft durch Kabinettstückchen und zog die Zuschauer auch in Remscheid in die Halle." Die Verantwortlichen des WTV mit Klaus Linscheid als Macher dankten der Stadt Remscheid: "Gerade in den letzten Spielen stärkte uns das Publikum in der Neuenkamper Halle den Rücken. Es ist eben ein Unterschied, ob wir in der Remscheider Halle vor 800 Zuschauern auflaufen oder in unserer Halle am Gymnasium vor 350."

Wie das beim Großen Reifen-Baack-Preis des RV Adler Lüttringhausen lief, das erzählte Falko Fröhlich ebenfalls im RGA-Sport vom Montag, 26. April 1982. Streckensprecher Hubert Rosiejak entpuppte sich wieder mal als Wahrsager. Er wusste schon nach elf Runden, der Sieger konnte nur Sydlik oder Radde heißen. Falko Fröhlich bestätigte das: "In Höhe der Klausener Sporthalle konnte sich Norbert Sydlik entscheidend absetzen. Er schoss mit irrsinnigem Tempo ins Ziel. Der Jubel war riesengroß - sowohl beim Sieger aus Dortmund als auch beim Zweiten Jens Radde aus Bochum. Dessen Platzierung war die dickste Überraschung."

 

April 1992

 

Frankens Durchbruch, Webers Steigerung, Meiers Dreh, das prima Klima im Team, die dramatische Aufholjagd gegen Frankreich und noch viel mehr sorgten für angemessenen Stolz und unglaubliche Freude, als Deutschland bei der Rollhockey-EM 1992 in Wuppertal völlig überraschend den vierten Rang holte. Auf den siebten Platz hatte der Gastgeber gehofft. Jörn Tüffers berichtete im RGA-Sport am Montag, 27. April 1992, von dem Ereignis, bei dem ihm auch das phantastische Publikum imponierte. Als absoluten Wahnsinn bezeichnete der Remscheider Marcus Franken den sensationellen vierten Rang. Den Torjäger beflügelte die phänomenale Stimmung in der Mannschaft. Für Jörn Tüffers war dafür Hans-Werner Meier, genannte Alfredo, verantwortlich: "Weder autoritär noch kumpelhaft spricht der 44-jährige Bundestrainer eine Sprache, die bei den Spielern ankommt." Die Deutschen spielten, als hätten sie den Rückstand auf die Südeuropäer wesentlich kleiner gemacht. Wolfgang Weber, der sich während des Turnieres steigerte, unterstrich stolz: "Die erste Halbzeit gegen Spanien hat uns unheimlich nach vorne gebracht. Und Portugal haben wir an einer Niederlage schnuppern lassen." Gegen die technisch starken Franzosen machten die Deutschen aus einem 1:3 ein 3:3, das den 4. Rang bedeutete. Andreas Thiel, der in Remscheid groß wurde, erzielte gegen Frankreich zwei Treffer, insgesamt brachte er es auf neun Tore. Was Jörn Tüffers nicht vergaß: Noch zwei Remscheider trugen zum prima Klima im Team bei, der Torhüter Volker Braun und der Medizinmann Birger Michel.

 

April 2002

 

Alle hatten sich lieb. Viele genehmigten sich die berühmte und dicke Zigarre. Die Handball-Damen der HG Remscheid feierten vor zehn Jahren nach dem 29:16-Sieg bei der HSG Nettetal den Aufstieg in die Regionalliga ganz groß. Spiertrainerin. Annekatrin Brzoskowski holte sich den Weltrekord im Dauerumarmen. Andreas Dach lieferte im RGA-Sport am Montag, 22. April 2002, einen "Klasse-Bericht" ab: "Klasse spielen können die Damen der HGR. Das bewiesen sie bei der HSG Nettetal einmal mehr eindrucksvoll. Dass sie auch klasse Spontanpartys feiern können, ist seit dem späten gestrigen Abend so sicher wie in Stein gemeißelt." Der Manager und "Vater" Egon Patzwall erwies sich als Fachmann: "Die mannschaftliche Geschlossenheit hat uns zum Aufstieg verholfen."

Riesig war vor zehn Jahren auch der Jubel um die Handballer des SV 09 Wermelskirchen und die Fußballer der TuRU Wermelskirchen. Die Handballer des SV 09 ließen nach dem 28:23-Sieg bei der HSG Grefrath/Oedt als Aufsteiger zur Verbandsliga die Puppen tanzen. Die Fußballer der TuRU lagen sich nach dem 5:2-Sieg gegen NK Zagreb als Aufsteiger in die Landesliga in den Armen, sie hüpften und sangen. Der RGA-Sport hielt am Montag, 29. April 2002, noch viel mehr fest: Der stolze TuRU-Vorsitzende Helmut Lapscheck erkannte, es wirklich verdient zu haben, der großzügige SV-09-Trainer Dietmar Pistohl versprach Freibier für alle.



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