Auch Johanneskirche soll Weltkulturerbe sein
Wuppertal. Mit einem echten Weltkulturerbe kann Wuppertal noch nicht aufwarten. Zwar kämpfen Unterstützer derzeit um den Eintrag der Müngstener Brücke in die berühmte Liste der Unesco - doch das Bauwerk liegt nicht auf Wuppertaler Stadtgebiet.
Notkirchen gaben den Menschen im zerstörten Land wieder Hoffnung
Ebnet stattdessen die Evangelische Johanneskirche in der Südstadt der Stadt die Chance, in den illustren Kreis um Akropolis, Chinesischer Mauer und Freiheitsstatue aufgenommen zu werden? Der Hamburger Kunsthistoriker Jochen Schröder und die Berliner Otto-Bartning-Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau (OBAK) arbeiten derzeit daran, einen Antrag auf Aufnahme der bundesweit 41 erhaltenen Bartning-Notkirchen - zu denen auch die Johanneskirche gehört - auf den Weg zu bringen. Die Kirchen sollen als Gruppe Eingang in die Liste finden, betont Schröder, "als Beispiele für Nachkriegsdenkmäler".
Nicht allein die Architektur sei besonders, sondern die Art der Entstehung. Die Notkirchen seien ein internationales Projekt gewesen, um den Menschen im zerstörten Deutschland wieder Gotteshäuser zu geben. "Das gab es damals nicht oft", hebt Schröder hervor. "Für uns klingt das sinnvoll", sagt Pfarrer Gerson Monhof aus der Südstadt, der nun Unterschriften sammelt für die Aufnahme ins Weltkulturerbe.
Eine Prognose, wie die Chancen für die Aufnahme stehen, wagt Jochen Schröder nicht. Auch mit der Unesco habe er noch nicht Kontakt aufgenommen. Mindestens fünf Jahre dauere es aber sicher, bis so ein Antrag durch sei. est
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