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25.05.2012 11:10

Sucht oder Stress: Elf neue „Peers“ sind für euch da!

Mark

In Sachen Alkoholsuchtvorbeugung sind elf Jungs und Mädels der Albert-Einstein-Gesamtschule in Remscheid jetzt eine ganze Ecke schlauer. Sie haben sich zu „Peers“ ausbilden lassen.

„Ich war überrascht, dass mir Schüler in meinem Alter und jünger so viel Vertrauen entgegenbringen, dass sie mir echt ganz offen von ihren Erfahrungen oder Problemen mit Alkohol erzählen“, sagt Patrick. Der 13-Jährige ist ein „Peer“, also ein geschulter Ansprechpartner für Mitschüler, die mit Problemen unterschiedlicher Natur zu kämpfen haben und Rat suchen. Patrick gehört damit zu den elf neuen Peers der Remscheider Albert-Einstein-Gesamtschule (AES), die gestern ihr Zertifikat überreicht bekamen. Dieses weist nach, dass die sieben Mädchen und vier Jungs des 8. Jahrgangs eine Schulung in Sachen „Suchtvorbeugung“ absolviert haben – 24 Stunden in Theorie und Praxis von November 2011 bis März 2012.

 „Ihr tut etwas für uns alle“

„Heute ist für euch, für eure Schule und für uns alle ein Feiertag“, leitete Bernd Liebetrau seine kleine Ansprache bei der Überreichung der Zertifikate ein. Der Fachberater für Suchtvorbeugung beim Diakonischen Werk in Remscheid begründete dies dann so: „Dass ihr euch als Peer ausbilden lasst und engagiert, ist nicht nur euer Privatkram. Ihr tut damit auch etwas wirklich Gutes für eure Schule, eure Mitschüler und die Allgemeinheit.“ Was wiederum keinesfalls neu ist, denn das Peer-Projekt zur Suchtvorbeugung – das die AES-Gesamtschule mit der Diakonie sogar per Kooperationsvertrag besiegelt hat – ist jetzt bereits in der dritten Runde. Die AES verfügt damit jetzt über insgesamt 35 Schülerinnen und Schüler, die als Peers anerkannte Expertinnen und Experten in Fragen der Suchtvorbeugung sind.

Vertrauen unter Schülern

„Es ist ein tolles Gefühl, wenn man erst keine Ahnung hat und nach der Ausbildung wirklich weiterhelfen und Tipps geben kann“, sagt Tatjana (15). Ihre Peer-Kollegin Kübra (14) ergänzt: „Es ist schön, wenn einem die Schüler vertrauen. Ich zum Beispiel werde fast nur von türkischen Jungs und Mädchen angesprochen, und die erzählen nicht nur von Problemen mit Alkohol.“ Und Alegria (13) sagt: „Peer zu werden, bedeutet hin und wieder auch, nicht vor 17 Uhr aus der Schule zu kommen, aber es lohnt sich, da mitzumachen.“

Und wenn die Peers, die übrigens der Schweigepflicht unterliegen, doch mal an ihre Beratungsgrenzen stoßen, wissen sie, wo sie Unterstützung bekommen: von den Profis bei der Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes in Remscheid (Ecke Kirchhofstraße/ Alte Bismarckstraße).           

Sechs hatten einen „Filmriss“

Den ersten gemeinsamen „Job“ haben die elf neuen „Peers“ von der AES auch schon hinter sich. Sie befragten 13- und 14-jährige Mitschülerinnen und Mitschüler von drei achten Klassen nach deren Erfahrungen und Umgang mit Alkohol. Einige wichtige Ergebnisse dieser Umfrage nannte AES-Lehrer Udo Zarstedt, der mir den Peer-Leuten zusammenarbeitet:

• 2/3 gaben an, schon einmal Alkohol getrunken zu haben.
• Ein(e) Befragte(r) gab an, täglich Alkohol zu trinken.
• 8 bis 10 Prozent sagten, dass sie an Wochenenden trinken.
• 6 Schüler(innen) kreuzten an, wegen zu viel Alkohol schon mal einen „Filmriss“ gehabt zu haben.
• Eine Frage lautete: „Wie fühlst du dich, wenn du Alkohol trinkst?“ Mehrfach angekreuzt wurden: glücklich, nicht allein und lustig. 



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