Matthias Höhn ist neuer Bundesgeschäftsführer der Linken
Göttingen (dpa) - Der Landeschef der Linken in Sachsen-Anhalt, Matthias Höhn, ist neuer Bundesgeschäftsführer der Partei. Die Delegierten des Bundesparteitags in Göttingen wählten den 36-Jährigen mit großer Mehrheit. Für Höhn stimmten 80,9 Prozent der Mitglieder, er war der einzige Kandidat.
Der gelernte Kommunikationswissenschaftler wird in der um ihre Richtung ringenden Partei dem Reformflügel zugeordnet. Bisher hatte es zwei Bundesgeschäftsführer gegeben: Caren Lay, die zur Vizevorsitzenden gewählt wurde, und Werner Dreibus. Künftig gibt es nur noch einen.
Höhn hatte die Kandidatur in seiner Bewerbungsrede auch mit der Zerstrittenheit der Linken begründet: «Ich bin davon überzeugt, dass wir jetzt gemeinsam mit dieser Situation umgehen müssen. Wir sollten miteinander nicht unterschätzen, vor welcher Aufgabe wir stehen.»
Dabei äußerte er sich kritisch zur Reaktion einiger Delegierter auf die Wahl des baden-württembergischen Landeschefs Bernd Riexinger, der sich am Samstagabend als Bundesvorsitzender gegen den ostdeutschen Realo Dietmar Bartsch durchgesetzt hatte. Riexingers Anhänger hatten danach lautstark die «Internationale» gesungen, was viele im Bartsch-Lager als Kränkung empfanden. «Vertrauen baut sich nicht auf durch Jubelgesänge. Vertrauen baut sich auf, indem wir miteinander reden, arbeiten und uns zuhören», sagte Höhn.
Neben Riexinger hatte sich zuvor auch dessen neue Co-Vorsitzende Katja Kipping für Höhn ausgesprochen. Als Bundesschatzmeister wurde der Reformer Raju Sharma (47) wiedergewählt. Er setzte sich gegen den saarländischen Parteilinken und Lafontaine-Vertrauten Heinz Bierbaum durch.
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