«Focus»: Leerlauf in Opel-Werken
Frankfurt/Main (dpa) - Die Werke des krisengeschüttelten Autobauers Opel leiden nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Focus» unter schwacher Auslastung.
In einigen Werken lägen mehr als 40 Prozent der Kapazität brach, berichtet das Magazin mit Bezug auf vertrauliche Unterlagen des Unternehmens, das zum US-Autobauer General Motors (GM) gehört. Opel werde bis Jahresende rund eine Million Autos produzieren, habe aber Kapazitäten für 1,6 Millionen.
GM will wegen der hohen Verluste bei Opel erneut drastisch sparen. Details sind noch nicht beschlossen, dafür brodelt seit Wochen die Gerüchteküche. Die Arbeitnehmervertreter positionieren sich im Kampf um den Sanierungskurs: Der Betriebsratschef des Werks Bochum, Rainer Einenkel, stellte wegen drohender Werksschließungen den Sanierungsbeitrag der europäischen General-Motors-Beschäftigten von jährlich 265 Millionen Euro infrage. «Wir bezahlen doch nicht für die eigene Beerdigung», sagte er dem «Focus».
Gesamtbetriebsratchef Wolfgang Schäfer-Klug erklärte der «Automobilwoche»: «Lohnverzicht ist die primitivste Form der Einsparung.» Wirkungsvoller wäre es, Material- und Produktkosten zu verbessern. Schäfer-Klug setzt zudem auf die Fertigung europäischer Chevrolet-Modelle in Opel-Werken. Es sei Politik von GM, «dort zu fertigen, wo man verkauft».
Bislang liegt die Auslastung im Stammwerk Rüsselsheim «Focus» zufolge bei 65 Prozent, in Gliwice (Polen) sind es 62 Prozent, in Saragossa (Spanien) 59 Prozent und in den Werken Luton und Ellesmere Port in Großbritannien 57 und 55 Prozent. Die Auslastung in Eisenach gibt das Magazin mit 66 Prozent an, jene im Werk Bochum mit 77 Prozent. Aus den Angaben ging nicht hervor, ob sich die Auslastung auf einen Zwei- oder Drei-Schicht-Betrieb in den Werken bezieht.
Opel bestätigte die Zahlen am Wochenende nicht. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, Opel kommentiere seine interne Produktionsplanung aus Wettbewerbsgründen grundsätzlich nicht. Am Montag ist im Opel-Stammwerk Rüsselsheim eine Betriebsversammlung geplant, an der auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) teilnehmen will.
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