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15.05.2012 15:11

Moody's stuft 26 italienische Banken herab

Zoom Die Ratingagentur Moody's hat in einem Rundumschlag insgesamt 26 italienische Banken herabgestuft. Foto: Daniel Karmann

Rom/Mailand (dpa) - Die Ratingagentur Moody's straft die italienischen Banken ab. In einem Rundumschlag stufte sie insgesamt 26 Kreditinstitute herab, darunter auch die beiden Branchengrößen UniCredit und Intesa Sanpaolo.

Damit dürfte der Kampf gegen die Schuldenkrise noch schwerer werden. Italien reagierte empört und warf der Ratingagentur vor, mit der Entscheidung die ohnehin schwierige Lage noch zu verschlimmern. Die Mailänder Großbank Intesa Sanpaolo, die von den Moody's-Experten um eine Stufe auf «A3» herabgestuft wurde, konnte am Dienstag über einen überraschend hohen Quartalsgewinn berichten, wenngleich durch Sondereffekte.

Moody's hatte die Herabstufung der italienischen Banken am späten Montag mit der schlechten wirtschaftlichen Verfassung von Italien begründet. Viele Banken seien bereits geschwächt und dadurch «besonders verwundbar». Der Ausblick für die Kreditinstitute ist insgesamt negativ, das heißt, es droht eine weitere Herabstufung.

Das Land sei in die Rezession zurückgefallen, erklärte die Ratingagentur. Das staatliche Sparprogramm laste auf der Nachfrage. Gleichzeitig stiegen die problematischen Kredite und die Gewinne der Institute gingen zurück. Zudem sei es für die Banken schwieriger geworden, sich am Markt frisches Geld zu besorgen.

Während es für die genannten Großbanken nur um eine Bonitätsstufe herunter ging, mussten einige kleinere Häuser einen Absturz um bis zu vier Stufen verkraften. Nach Angaben von Moody's besteht die Gefahr, dass einige der kleineren, privaten Institute mit dem Risikomanagement in dieser schwierigen Lage überfordert sind.

Die italienische Bankenvereinigung (Associazione Bancaria Italiana - Abi) nannte die Herabstufung «unverantwortlich, unverständlich und nicht zu rechtfertigen». «Es ist ein Angriff auf Italien, seine Unternehmen, seine Familien und seine Bürger», kritisierte die Bankenvereinigung. Sie rief die Verantwortlichen in Europa und die Europäische Zentralbank (EZB) auf, derartige Beurteilungen nicht einfach hinzunehmen. Es müsse eine strenge Kontrolle für solche Fälle eingeführt werden. Auch der Industriellenverband Confindustria kritisierte den Schritt scharf. «Die Beurteilungen müssten mit mehr Vorsicht abgegeben werden, die Situation ist heikel», sagte Confindustria-Präsidentin Emma Marcegaglia.

In Italien versucht die Expertenregierung von Mario Monti, das Land wieder auf Kurs zu bringen. Das funktioniert jedoch nur mit einem Bankensystem, das den Unternehmen Kredite für Investitionen geben kann. Je schlechter die Ratingagenturen jedoch die Kreditwürdigkeit einer Bank einstufen, desto problematischer und teurer wird die Aufnahme von Kapital für die Institute.

Die Ratingagentur führte auf der Habenseite allerdings auch auf, dass die Europäische Zentralbank dem Finanzsektor ausreichend Geld zur Verfügung gestellt habe, um Bankpleiten in naher Zukunft abzuwenden. Viele Banken hätten zudem ihre Kapitaldecken gestärkt, was sie weniger anfällig für die Auswirkungen der Krise mache.

Die Großbank Intesa Sanpaolo ist die einzige unter den fünf größten italienischen Banken, die die neuen europäischen Eigenkapitalvorschriften ohne weitere Maßnahmen erfüllt. Allerdings streicht das Unternehmen Arbeitsplätze und senkt seine Kosten, um seine Finanzkraft zu stärken. Der Unicredit-Konkurrent erzielte mit dem Rückkauf eigener Schulden einen überraschend hohen Quartalsgewinn; der Überschuss legte um 22 Prozent auf 804 Millionen Euro zu. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage in Italien gab sich die Konzernführung um Vorstandschef Tommaso Cucchiani für das laufende Jahr vorsichtig. Sondereffekte herausgerechnet, dürfte das Geschäft in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bleiben. Dazu sollen weitere Sparmaßnahmen beitragen.



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Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation