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19.04.2012 13:22

Zoff: Eisbären-Coach giftet, Adler-Manager kontert

Von Jens Marx und Rainer Kundel, dpa

Zoom Im DEL-Finale gehen die Teams hart zur Sache - hier behakt Laurin Braun (r) Mannheims Christoph Ullmann. Foto: Uwe Anspach

Mannheim (dpa) - Schon vor dem Adler-Schlussakt gingen Eisbären-Coach Don Jackson die Nerven durch. Auf dem Weg in die Kabine nahm sich der Berliner Trainer bei der 1:4-Auswärtsniederlage Mannheims Kapitän Marcus Kink zur Brust und sorgte für Zündstoff im Final-Duell der DEL-Rekordmeister.

«Das ist ein absolutes no go», ereiferte sich Mannheims Manager Teal Fowler: «Kein Trainer kann sich so etwas leisten, nicht nur im Playoff.» Er kümmere sich nicht um Fowler, entgegnete Jackson trotzig. Er forderte vielmehr die DEL auf, sich noch einmal die Szene anzuschauen, die ihn so auf die Palme gebracht hatte: «Marcus Kink traf Busch mit dem Ellbogen am Kopf», schimpfte Jackson. Offensichtlich hatte sich der Eisbären-Coach aber geirrt. Nicht Kink mit der Rückennummer 17, sondern Nikolai Goc mit der 77 war demnach in den Zweikampf mit Busch verwickelt. «Ich weiß gar nicht, was Jackson da redet. Ich hatte gar keinen Zweikampf mit Busch», betonte Kink.

Sicherlich dürften die vielen Kopfverletzungen, die die Berliner Mannschaft in dieser Saison zu überstehen hatte, Jackson derart sensibilisiert haben. So steht hinter der weiteren Karriere von Routinier Stefan Ustorf noch immer ein dickes Fragezeichen. Er fehlt den Eisbären seit mehreren Monaten.

Gleichwohl teilten auch die Berliner schon einige Male aus. Der erneut gesperrte André Rankel hatte bei einem Spiel in der Punkterunde Adler-Profi Matthias Plachta mit einem Check schwer am Kopf getroffen. Daraufhin hatte Jackson dem Gefoulten Schauspielerei vorgeworfen. Und bei der 2:5-Niederlage der Berliner am 15. Januar in Mannheim hatte der Gäste-Coach die Schiedsrichterkabine stürmen wollen. Fowler hatte ihm seinerzeit nicht ohne Genugtuung zugerufen: «In Mannheim kann man verlieren.»

Freunde dürften die beiden nicht mehr werden. Mindestens zwei Finalspiele hätten Jackson und Fowler in dieser Saison aber noch, um die Dissonanzen zu beseitigen. Nach dem Sieg vor heimischer Kulisse werden die Mannheimer in der Serie Best-of-Five (1:1) aber nicht übermütig. «Auch wenn es noch so schön war, dieses Spiel hat die Serie noch nicht entschieden. Wir haben keine Sorge, dass Berlin am Freitag versuchen wird, gewaltig zurück zu kommen», sagte Torschütze Christoph Ullmann.

Die Teams seien auf Augenhöhe, meinte Stürmerkollege Frank Mauer und glaubte, einen Trend ausgemacht zu haben: «Bisher gewinnt der, der das erste Tor schießt, das war auch im Halbfinale so. Wir müssen also weiter aus der Kabine kommen wie die Feuerwehr.» In den vergangenen drei Playoff-Begegnungen der Mannheimer in Berlin konnten die Kurpfälzer allerdings nicht ein einziges Tor schießen. Und die Eisbären sind jetzt erst richtig aufgeschreckt. Coach Jackson richtete letztlich das Wort an die eigenen Spieler: «Am Freitag müssen wir wieder besser spielen.»



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