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Sahara-Marathon - Ständig geht's bergauf

Von Andreas Dach

Er tut es sich wieder an. Zum zweiten Mal nach 2008. Der Remscheider Joachim Drosten nimmt am Sahara-Marathon teil. "Ich habe mich soeben für den Halbmarathon angemeldet", sagt der 67-Jährige. Und freut sich unbändig auf den 22. Februar des kommenden Jahres. Dann wird er die 21,1 Kilometer bewältigen.

Über einen Untergrund, der gleichermaßen jeden Schritt zur Qual wie zum Erlebnis macht. "Es sind keine normalen Wege", verdeutlicht er. "Nur über Sand und Fließsand müssen wir uns bewegen. Dazu Dünen rauf und runter." Kurz: Man hat ständig das Gefühl, bergauf zu laufen.

Eine Teilnahme hat gereicht, um diese Veranstaltung ins Herz zu schließen. Um die außergewöhnlichen Bedingungen nicht mehr loslassen zu können. Knapp drei Stunden ist er 2008 in der Westsahara gerannt. Erlebte den Start morgens bei Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad. Als es ins Ziel ging, war das Thermometer längst auf mehr als 30 Grad hochgeschnellt.

Der langjährige Angestellte der Stadt Remscheid (1961 bis 2006), den viele von seiner Schwimmmeister-Tätigkeit (Altes Lenneper Bad, Freiheitstraße, Lüttringhauser Hallenbad, Eschbachtal) kennen, weiß, auf was er sich einlässt. Gute Orientierung ist allemal gefragt. Nur alle drei bis fünf Kilometer hocken mal ein paar Frauen im Sand. "Wir sind verpflichtet, Gürtel mit Wasser zu tragen", weiß Drosten.

Mitmachen kann jeder beim Sahara-Marathon, der bereits in seine zehnte Auflage geht und vor einem humanitären Hintergrund ausgetragen wird: Läufer, Walker, Wanderer, über fünf KIlometer, zehn Kilometer, den Halbmarathon oder den Marathon. Erfahrungsgemäß entscheiden sich meist 400 bis 450 Athleten für die läuferische Wüstenquerung.

Für diesen Wohltätigkeitslauf, der auf friedliche Weise auf eine seit vielen Jahren ungeklärte Flüchtlingsproblematik hinweisen soll. Seit ihrer Vertreibung vor über 30 Jahren leben rund 170 000 Saharauis, ein Volk aus der Westsahara, unter unvorstellbar harten Bedingungen als Flüchtlinge in vier Lagern in der westalgerischen Sahara. Einst Nomaden, sind sie heute zur Bewegungslosigkeit gezwungen und abhängig von internationaler Hilfe. Ihr angestammtes Gebiet war einst von Marokko besetzt worden und hatte zur Vertreibung des saharauischen Volkes geführt.

Für die stete Erinnerung an das Schicksal organisieren Gruppen aus Spanien, Italien und Deutschland eben diesen Lauf. In enger Anbindung an die UNO-Flüchtlingshilfe. Und so gibt es Läufer aus aller Welt, welche die Veranstaltung unterstützen. Wie Joachim Drosten.

Aufmerksam geworden beim Röntgenlauf Er war seinerzeit durch einen Flyer beim Röntgenlauf 2007 auf den Sahara-Marathon aufmerksam geworden. Hatte kurz überlegt und sich dann angemeldet. Jetzt wieder. Und natürlich wird der Remscheider topfit sein. Die Besuche in einem Wermelskirchener Fitness-Studio sind für ihn an der Tagesordnung. Begleitet werden seine Vorbereitungen von einer Personaltrainerin. Nein, Drosten überlässt nichts dem Zufall. Das kann man sich in der Sahara nicht leisten. Auch nicht bei einem Laufwettbewerb.

- Informationen: www.saharamarathon.org.


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Artikel vom: 06.11.2009  
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