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Stress beeinflusst die Partnerwahl

Trier/London (dpa) - Die meisten Menschen wählen einen Partner, der ihnen relativ ähnlich sieht. Stress scheint dieses Muster umzukehren: Gestresste Männer bevorzugen Partnerinnen, die ihnen äußerlich gar nicht gleichen.

Das berichten Forscher um Johanna Lass- Hennemann, damals von der Universität Trier, in den «Proceedings B» der britischen Royal Society.

Gründe dafür sehen die Wissenschaftler in urtümlichen Prozessen. Stresshormone lassen die höheren kognitiven Fähigkeiten herunterfahren, so dass der Mensch eher instinktiv urteilt. «Unter Stresseinfluss ist der Druck größer, genetisch gut gerüstete Nachkommen zu zeugen», vermutet Lass-Hennemann. Das geht besser mit einem Partner, der aus einem anderen Genpool stammt. Ähnliche Partner haben hingegen aus evolutionärer Sicht einen anderen Vorteil: «Sie werden als loyaler und vertrauenswürdiger wahrgenommen», erklärt Lass-Hennemann. Für sie entscheidet sich der Mensch unter entspannten Bedingungen.

Für die Studie beurteilten 50 heterosexuelle Männer Fotos nackter Frauen, die entweder ihnen selbst ähnlich sahen oder einem anderen Probanden. Mithilfe eines Grafikprogramms hatten die Forscher zuvor Fotos ihrer Gesichter mit dem einer Frau gekreuzt.

Die Hälfte der Männer wurden unter Stress gestellt, indem sie vor der Untersuchung für drei Minuten eine Hand in eiskaltes Wasser halten mussten. Nachweislich steigerte das Herzfrequenz, Blutdruck und die Werte des Stresshormons Cortisol. Diese Männer beurteilten Frauen, die keine Ähnlichkeit mit ihnen aufwiesen, als signifikant attraktiver. Männer, die vorab nicht unter Stress gesetzt wurden, fanden Fotos von Frauen mit ähnlichen Gesichtszügen anziehender. In der Studie seien zwar nur Männer getestet worden, sagte Lass- Hennemann, es sei aber anzunehmen, dass Frauen genauso reagieren.

Die Resultate der Forscher entsprechen denen anderer Studien: Bei Tieren vermindert Stress die Präferenz für Partner, die unter normalen Umständen hoch im Kurs stehen.

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